
Nach Manipulationen an der Warteliste ist das Vertrauen der Deutschen in die Organspende erschüttert. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die die Organentnahme bundesweit koordiniert, richtet sich jetzt organisatorisch neu aus. Reicht das aus, um für mehr Glaubwürdigkeit zu sorgen?
Vor der Presse skizziert Dr. Rainer Hess, DSO-Vorstand für Restrukturierung, die Veränderungen. Die wichtigste: Bund und Länder sollen künftig im Stiftungsrat mitbestimmen. Die Stiftung erhalte dadurch eine stärkere öffentlich-rechtliche Ausrichtung, das sei jedoch „keine staatliche Kontrolle“, sondern vielmehr eine „direkte Mitwirkung“ an den Aufgaben der Stiftung.
Für den Bundestagsabgeordneten der Grünen, Dr. Harald Terpe, sind die Veränderungen bei der DSO „reine Kosmetik“. Von öffentlich-rechtlichen Strukturen könne keine Rede sein. „Dass Ministerialbeamten Stimmrecht gewährt wird, ändert nichts, denn sie können von den anderen Mitgliedern mühelos überstimmt werden“, sagt er. Für Terpe ist es ein Skandal, dass es auch künftig keine wirkliche staatliche Rechtsaufsicht geben werde. Das verlangt auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz.
| Ja, die DSO wird zukünftig gut aufgestellt sein und das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen. | 27.6 % | |
| Nein, nur mit staatlicher Kontrolle lässt sich das verspielte Vertrauen wieder gewinnen. | 71.4 % | |
| Dazu habe ich keine Meinung. | 1 % |
Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ.
Die Zahl der Spenden in Deutschland befindet sich im Sinkflug. Insgesamt verzeichnete die Stiftung von Januar bis März 2013 deutschlandweit 230 Organspender, im Vorjahreszeitraum waren es noch 281. Bereits 2012 war die Zahl der Spender um 12,8 Prozent gesunken und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2002. Der DSO zufolge warten rund 12.000 Menschen in Deutschland auf ein Organ.
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