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April 2013

Kann die DSO das verlorene Vertrauen in die Organspende wieder zurückgewinnen?

Nach Manipulationen an der Warteliste ist das Vertrauen der Deutschen in die Organspende erschüttert. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die die Organentnahme bundesweit koordiniert, richtet sich jetzt organisatorisch neu aus. Reicht das aus, um für mehr Glaubwürdigkeit zu sorgen?

Vor der Presse skizziert Dr. Rainer Hess, DSO-Vorstand für Restrukturierung, die Veränderungen. Die wichtigste: Bund und Länder sollen künftig im Stiftungsrat mitbestimmen. Die Stiftung erhalte dadurch eine stärkere öffentlich-rechtliche Ausrichtung, das sei jedoch „keine staatliche Kontrolle“, sondern vielmehr eine „direkte Mitwirkung“ an den Aufgaben der Stiftung.

Für den Bundestagsabgeordneten der Grünen, Dr. Harald Terpe, sind die Veränderungen bei der DSO „reine Kosmetik“. Von öffentlich-rechtlichen Strukturen könne keine Rede sein. „Dass Ministerialbeamten Stimmrecht gewährt wird, ändert nichts, denn sie können von den anderen Mitgliedern mühelos überstimmt werden“, sagt er. Für Terpe ist es ein Skandal, dass es auch künftig keine wirkliche staatliche Rechtsaufsicht geben werde. Das verlangt auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz.

Reichen die Änderungen der DSO aus, damit die Deutschen der Organspende wieder vertrauen?

Ja, die DSO wird zukünftig gut aufgestellt sein und das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen. 27.6% 55 Stimmen 27.6 %
Nein, nur mit staatlicher Kontrolle lässt sich das verspielte Vertrauen wieder gewinnen. 71.4% 142 Stimmen 71.4 %
Dazu habe ich keine Meinung. 1% 2 Stimmen 1 %

Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ.

(Hinweis: Die Umfrage wurde in der Zeit vom 29. April bis 6. Mai durchgeführt.)

Nur mit staatlicher Kontrolle lässt sich das verspielte Vertrauen der Deutschen in die Organspende wieder gewinnen – davon ist die deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmer (71,4 Prozent) überzeugt. Ihnen reichen die organisatorischen Veränderungen bei der DSO nicht aus. Dagegen glauben nur 27,6 Prozent, dass die Deutsche Stiftung Organtransplantation künftig gut aufgestellt sein wird und das Vertrauen der Bürger wieder zurückerobern kann. Lediglich ein Prozent der Teilnehmer hat zu diesem Umfragethema keine Meinung.

Die Debatte geht weiter

Unterdessen reist die Diskussion rund um das Thema Organspende nicht ab. In einem Manifest üben Transplantationsexperte Prof. Jörg Rüdiger Siewert und Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), scharfe Kritik am gesamten System.
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Immer weniger Spender

Die Zahl der Spenden in Deutschland befindet sich im Sinkflug. Insgesamt verzeichnete die Stiftung von Januar bis März 2013 deutschlandweit 230 Organspender, im Vorjahreszeitraum waren es noch 281. Bereits 2012 war die Zahl der Spender um 12,8 Prozent gesunken und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2002. Der DSO zufolge warten rund 12.000 Menschen in Deutschland auf ein Organ.

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