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November 2011

Belohnung für potenzielle Organspender?

Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie hat kürzlich einen Vorschlag zur Organspende vorgestellt, nach der die so genannte Entscheidungslösung um ein Bonus-Malus-System ergänzt werden soll. Diejenigen, die zu einer Organentnahme nach ihrem Tod bereit sind, bekommen einen Bonus und rücken auf der Warteliste für Transplantationen nach oben. Umgekehrt werden diejenigen, die eine Spende ablehnen, bei einer notwendigen Transplantation erst später berücksichtigt.

Was halten Sie von einem Bonus-Malus-System bei Organspenden?

Ich finde es richtig, dass diejenigen, die selbst zur Organspende bereit sind, auch eher ein Organ erhalten. 56.1% 83 Stimmen 56.1 %
Ich bin dagegen, die Vergabe von lebensnotwendigen Organen an die eigene Willensbekundung zu knüpfen. 41.9% 62 Stimmen 41.9 %
Dazu habe ich keine Meinung.


2% 3 Stimmen 2 %

Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ.

(Hinweis: Die Umfrage wurde in der Zeit vom 29. November bis zum 6. Dezember 2011 durchgeführt.)

56 Prozent der knapp 150 Teilnehmer unterstützten das von der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie vorgeschlagene Bonus-Malus-System bei der Organspende. Ihrer Meinung nach ist es ungerecht, wenn von zwei gleich geeigneten und gleich bedürftigen potenziellen Empfängern ausgerechnet derjenige ein verfügbares Organ erhält, der einer Entnahme widersprochen hat.

Dem standen knapp 42 Prozent der Voten gegenüber, die dafür eintreten, dass alle den gleichen Zugang zu Gesundheits-ressourcen haben, unabhängig von ihrem eigenen Verhalten.

Ungewöhnlich viele Teilnehmer reagierten auf die Umfrage mit persönlichen Zuschriften an die Redaktion. So hielt eine Leserin die Fragestellung für zu kurz, ihre Position sei ‚keine Spenden geben und auch keine bekommen’. Ein weiterer Leser ging in eine ähnliche Richtung und favorisierte die Widerspruchslösung: Wer nicht spenden will, muss dies ausdrücklich bekunden.

Dass immer mehr Menschen über eine Gegenseitigkeitsklausel bei der Organspende nachdenken, zeigt auch eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) von November. Demnach befürworten drei von zehn Bundesbürgern, dass nur diejenigen ein Spenderorgan erhalten sollen, die auch selbst Organspender sind.

„Die meisten Menschen denken bei der Organspende vor allem darüber nach, ob sie nach ihrem Tod ihre Organe spenden möchten“, weiß Prof. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Viele seien sich jedoch nicht bewusst, wie schnell man auch selbst auf ein Spenderorgan angewiesen sein könne. Das habe nicht zuletzt die Ehec-Krise gezeigt, durch die viele bis dahin kerngesunde Menschen auf die Warteliste für eine Spenderniere gekommen seien, betont Klusen.

In der Zeit vom 29. November bis 6. Dezember hatten die Nutzer des Portals die Möglichkeit, über das Bonus-Malus-System abzustimmen. Vielen Dank für die Teilnahme.

Strittige Fragen werden wir künftig in unregelmäßigen Abständen zur Abstimmung stellen.

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Die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten sich im Juni auf die so genannte Entscheidungslösung geeinigt, nach der jeder Bürger einmal im Leben erklären soll, ob er nach seinem Tod seine Organe spenden möchte oder nicht. Wie genau die Lösung aussieht, die die Bundesregierung umsetzen will, ist noch offen.

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