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31.08.2010

GKV-Finanzierung

Wasem: Zusatzbeitrag hat „System sprengende Kraft“

Berlin – Die ungedeckelten Zusatzbeiträge, die die Bundesregierung mit der Gesundheitsreform beschließen will, werden die Grundlage für den Einstieg in eine neue Finanzierungsart der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bilden. Davon geht der Gesundheitsökonom Prof. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen aus.

„Wenn das politisch durchgehalten würde, ist das mittelfristig ein Modell, das den Charakter des GKV-Finanzierungssystems ganz wesentlich ändert“, sagt Wasem auf der Euroforum-Konferenz „PKV im Aufbruch“. Seine Berechnungen skizzieren das: Bei der Annahme, dass die beitragspflichtigen Einnahmen pro Jahr um zwei Prozent und die Ausgaben um vier Prozent steigen, vergrößert sich das Loch in der GKV-Finanzierung von rund 6 Milliarden Euro (2012) auf 45 Milliarden Euro (2020). Rechnet man das auf einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag für alle Versicherten um, würde der Beitrag pro Monat 2012 bei rund 9,20 Euro liegen, 2020 wären es bereits rund 73 Euro. „Das hat durchaus eine System sprengende Kraft“, so Wasem. Denn dann würden in zehn Jahren bereits 18 Prozent der Ausgaben über Zusatzbeiträge finanziert. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen GKV-Beitrag an den Gesundheitsfonds wären das 2020 schon 43 Prozent. „Das heißt, der Zusatzbeitrag ist 2020 halb so groß wie das, was ich an eigentlichem einkommensabhängigen Beitrag zahle“, sagt Wasem. Er geht zwar nicht zwingend davon aus, dass seine Berechnungen Realität werden. Aber sie illustrierten, was durch die Zusatzprämie mit dem System passiere, so der Gesundheitsökonom. Er prognostiziert, dass spätestens ab 2013 alle Kassen einen Zusatzbeitrag erheben.

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Ab 2013 müssen sich alle Versicherten auf Zusatzbeiträge einstellen. Das prognostiziert Prof. Jürgen Wasem, Gesundheitsökonom der Universität Duisburg-Essen.
© Claudia Hautumm / PIXELIO
Quelle: www.pixelio.de

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