
Berlin – Der GKV-Spitzenverband fordert die Kassen im neu überarbeiteten Leitfaden Prävention dazu auf, sozial und wirtschaftlich benachteiligten Versicherten den Zugang zu Vorsorgeangeboten zu erleichtern.
Damit Krankenkassen diese besondere Versichertengruppe künftig besser erreichen, empfiehlt der GKV-Spitzenverband seinen Mitgliedern, auf Eigenanteile und finanzielle Vorleistungen bei diesen Menschen möglichst zu verzichten. „Indem die Kassen sozial Benachteiligten die angebotene Gesundheitsförderung ganz gezielt zugänglich machen, bieten sie ihnen Hilfe zur Selbsthilfe an“, sagt Dr. Gernot Kiefer vom GKV-Spitzenverband. Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, begrüßt den Vorstoß des Verbands. Allerdings gehen ihr die Vorschläge nicht weit genug. Denn der Spielraum der Kassen sei aufgrund des gestiegenen Wettbewerbs durch die Zusatzbeiträge gering. Sie fordert ein Präventionsgesetz, das die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure verbindlich regeln und Klarheit bei der Finanzierung schaffen soll. Der neue Leitfaden Prävention ist so umfangreich wie bisher. Er definiert inhaltliche Handlungsfelder und macht qualitative Vorgaben für alle gesetzlichen Krankenkassen, um zum Beispiel individuelle Bewegungs-, Entspannungs- oder Ernährungskurse für Versicherte sowie Projekte zur Gesundheitsförderung in Schulen oder Betrieben umzusetzen. Der Leitfaden gibt einen verbindlichen Rahmen vor, die Kassen vor Ort entscheiden aber eigenständig, welche konkreten Angebote sie machen.
An der Neufassung des Leitfadens haben die Krankenkassenartenverbände auf Bundesebene sowie die beratende Kommission unabhängiger Präventionsexperten mitgewirkt. 2009 haben die gesetzlichen Krankenkassen rund 310 Millionen Euro für Präventionsleistungen ausgegeben.
Der GKV-Leitfaden Prävention steht als Download im Internet zur Verfügung
www.gkv-spitzenverband.de