
Berlin – In Sachen Prävention gibt es erhöhten Koordinierungs- und Handlungsbedarf. Vieles, das gefördert und erprobt werde, werde nicht in die Praxis umgesetzt, bemängelt Prof. Friedrich Wilhelm Schwartz, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung von der Medizinischen Hochschule Hannover, auf einem Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Prävention.
So dürfte es nicht sein, dass immer wieder neue pragmatische Ansätze und Programme untersucht würden, die gar nicht oder nur kurz zur Anwendung kämen. Gleichzeitig würden eingesetzte Programme nicht hinreichend und nicht laufend untersucht. „Auf diese Weise werden derzeit zu häufig Wissen, Mittel und erarbeitetes Know-how verschwendet“, kritisiert Schwartz. Er beanstandet, dass Krankenkassen und Rentenversicherung kein Interesse hätten, Erprobtes in die Praxis umzusetzen, weil es keine Anreize gibt. Schwartz sieht den Gesetzgeber gefordert: „Es fehlen ein präzisierter Rechtsauftrag an die Sozialversicherungen und finanzierungsgebundene Anreize“, sagt er. Der Sozialmediziner schlägt vor, letztere im Risikostrukturausgleich zu schaffen. So könnten Krankenkassen zum Beispiel für alkoholassoziierte Erkrankungen einen Abschlag erhalten, wenn sie keine Prävention betreiben.
CDU und CSU kündigen auf dem Kongress wiederholt an, die Weichen für mehr Prävention stellen zu wollen. Mehr Bewegung, bessere Ernährung und weniger Stress am Arbeitsplatz sind einige Bausteine. Prävention und Gesundheitsförderung müssten einen höheren Stellenwert erhalten, betonen Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und sein Stellvertreter Johannes Singhammer. Ziel sei es, Erkrankungen, die vom Verhalten oder vom Lebensstil begünstigt oder hervorgerufen würden, deutlich zu reduzieren. CDU und CSU hatten bereits Anfang Mai ein Eckpunktepapier für eine nationale Präventionsstrategie vorgestellt.
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