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13.08.2009

HPV Impfung

Krebsgesellschaft warnt vor voreiliger Kosten-Nutzen-Bewertung

Berlin – Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Ständige Impfkommission am RKI (STIKO) die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) neu bewertet und die Empfehlung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren erneuert. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt in diesem Zusammenhang vor einer verfrühten Kosten-Nutzen-Debatte.

Damit ist die STIKO einer Aufforderung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) nachgekommen, die aktuell vorliegenden Impfstoffstudien neu zu bewerten. Bereits im März 2007 hatte die STIKO erstmals eine Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen.
„Wir sind froh, dass mit der aktuellen Bewertung durch die STIKO ein unabhängiges, ausgewogenes und sehr differenziertes Gutachten vorliegt. Das Gutachten sollte helfen, den zuletzt nicht immer sachlich geführten Streit zwischen Wissenschaftlern und Medizinern über die Wirksamkeit der Impfung zu schlichten“, erklärt Prof. Matthias Beckmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Krebsgesellschaft und Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Erlangen.

Kosten-Nutzen-Diskussion gewann Oberhand

Dabei war auch zuletzt weniger die Wirksamkeit der Impfung in der Kritik als vielmehr die Kosten-Nutzen-Diskussion, stellt die Krebsgesellschaft weiter fest: Rund 480 Euro kosteten die Impfstoffe derzeit pro Person - bei einmaliger Dreifachimpfung. Diesen Hauptkritikpunkt ließ aber auch die aktuelle Empfehlung der STIKO bewusst aus. Die Krebsgesellschaft zitiert das Bulletin, in dem es heißt: „Die Frage, ob die in der Öffentlichkeit geäußerte Kritik an dem Preis der Impfung berechtigt ist, kann durch die STIKO nicht beantwortet werden. Die Aufgabe der STIKO besteht in der Durchführung einer epidemiologischen Nutzen-Risiko-Bewertung und ausdrücklich nicht in der Beurteilung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Es liegen jedoch Publikationen zur Beurteilung von Kosten-Nutzen-Relationen für die HPV-Impfung für unterschiedliche Länder vor (z.B. UK, die Niederlande, Frankreich, Deutschland). Unabhängig davon wurde bislang in 19 europäischen Staaten eine HPV-Impfempfehlung eingeführt – die Kosten-Nutzen-Relation der Impfung wurde jeweils als positiv eingestuft. Dies gilt insbesondere für Länder, in denen der Zugang zu Impfungen über Schulimpfungsprogramme gewährleistet ist (z.B. Schweden, UK, die Niederlande).“
„Ich warne hier ausdrücklich vor einer verfrühten Kosten-Nutzen-Debatte, wenn es zunächst um den Impfschutz an sich geht“, so Beckmann. Der Erlanger Gynäkologe verweist darauf, dass genau diese zuletzt undifferenzierte Diskussion der Impfung ein hohes Maß an Vertrauen gekostet habe. „Dass eine Kosten-Nutzen-Debatte geführt werden muss, und eine Kostensenkung wünschenswert ist, ist selbstredend.“

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© Foto: Techniker Krankenkasse

Nähere Informationen:

Das Epidemiologische Bulletin Nr 32 steht auf der Website des RKI zum Download bereit

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