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23.09.2009

Demographischer Wandel

DGHO: Unterversorgung älterer Tumorpatienten droht

Berlin – Kurz vor ihrer Jahrestagung warnt die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) davor, dass sich die Tumor-Versorgung drastisch verschlechtern könnte. Das Gesundheitssystem müsse sich auf die alternde Gesellschaft und mehr Krebspatienten vorbereiten.

Nach Ansicht der DGHO seien Therapieempfehlungen noch immer zu wenig an den Bedürfnissen älterer Menschen ausgerichtet. Besonders die Frage der Kostenbereitstellung müsse dringend geklärt werden, mahnt der geschäftsführende Vorsitzende der DGHO, Prof. Gerd Ehninger, an. „Schon heute werden ältere Krebspatienten deutlich seltener mit hochwirksamen teuren Medikamenten versorgt, obwohl inzwischen auch häufig auch bei sehr alten Tumorpatienten eine Heilung möglich ist.“ Ehninger sieht den Hauptgrund für diese Verordnungspraxis in drohenden Regressen, die sich mit dem wachsenden Kostendruck erklären. Dadurch würden ältere Menschen versteckt diskriminiert, was inakzeptabel und medizinisch abwegig sei. Die DGHO erwartet, dass gerade durch den demographischen Wandel der Kostendruck in der Onkologie stark zunehmen wird.

Geriatrisch-onkologische Forschung hinkt hinterher

Neben finanziellen Problemen drohen der Onkologie durch die Altersverschiebung aber auch wissenschaftliche Defizite. Forschung, Diagnostik und Therapie würden die altersspezifischen Veränderungen und damit die besonderen Anforderungen zu wenig berücksichtigen, erklärt Ehninger. Eingeschränkte Organleistung, Interaktionen zwischen mehreren Arzneimitteln oder ein verändertes soziales Umfeld machten eine spezielle geriatrisch-onkologische Forschung notwendig. Die DGHO bemängelt zudem die schlechte Datenlage, da prospektive Studien älterer Tumorpatienten selten seien. Dadurch würden individuelle Therapieentscheidungen erschwert.

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Weitere Informationen:

Die Jahrestagung der DGHO findet vom 2. bis 6. Oktober in Heidelberg und Mannheim statt. Sie steht unter dem Titel „Hämatologie/Onkologie im Zuge der Herausforderungen des demographischen Wandels“.

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