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28.07.2010

Krankenhausreport

3,5 Milliarden Euro für neue Knie und Hüften

Berlin – Immer mehr Patienten erhalten dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer GEK zufolge ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk. Angesichts der Kosten wird Kassenvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker zwar „Angst und Bange“, eine Rationierungsdiskussion will er jedoch vermeiden.

Neue Hüft- und Kniegelenke muss es für alle Patienten, egal welchen Alters, geben. Das stellt Schlenker, stellvertretender Vorsitzender der Barmer GEK,  bei der Vorstellung des Krankenhausreports 2010 klar. Er bezieht sich dabei auf die viel zitierte Aussage des CDU-Politikers Philipp Mißfelder: Der hatte 2003 gesagt, er halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekämen. „Dagegen wehren wir uns. Wir wollen nicht in eine Rationierungsdiskussion unter dem Aspekt von Altersgrenzen kommen“, so Schlenker. Es dürfe nicht den Ansatz geben, dass mit 80 oder 85 Schluss mit der Versorgung sei. Das unterstützt auch Prof. Eva Maria Bitzer, Pädagogische Hochschule Freiburg, die den Report mit erstellt hat. „Von der klinischen Seite profitiert jedes Lebensalter von einem künstlichen Hüftgelenk“, so Bitzer. Der Gewinn an Funktionalität, an Mobilität und die Reduktion von Schmerzen sei in allen Alterstufen substanziell groß.

Viele Revisionseingriffe: Schlenker stellt die Qualitätsfrage

Laut Kassenreport ist die Zahl der Hüftgelenksoperationen in den vergangenen sieben Jahren um 18 Prozent gestiegen, Eingriffe an den Knien sogar um 52 Prozent. „Wenn man sich die Kosten dafür ansieht, erschrickt man als Krankenkassenmensch schon etwas“, findet Schlenker, der dabei im Einzelfall nicht nur eine Überversorgung vermutet. „Es gab 2009 30.000 Revisionseingriffe der Hüfte und 23.000 am Knie. Die Zahlen kommen mir doch recht hoch vor. Da stellt sich für mich die Qualitätsfrage“, fährt er fort.
Im vergangenen Jahr erhielten 209.000 Patienten eine neue Hüfte, 175.000 ein neues Knie. Die Kassen haben dafür 3,5 Milliarden Euro ausgegeben; eingerechnet sind Rehabilitation und ambulante Nachbehandlung sowie Kosten für Revisionsbehandlungen. Schlenker will die Kosten möglichst über Integrationsverträge und erfolgsorientierte Bezahlung senken.

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Kassenvorstand Dr. Rolf-Ulrich Schlenker will Rationierungsdiskussion vermeiden.

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