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18.10.2010

Europäischer Depressionstag

Gute Therapiemöglichkeiten oft ungenutzt

Berlin – „Depression bewältigen – gemeinsam gelingt es!“ So lautet das Motto des diesjährigen Europäischen Depressionstags. Das Anliegen: Betroffene in der Gesellschaft nicht mit der Problematik allein zu lassen und auf Defizite aufmerksam zu machen.

Die gute Nachricht: In den letzten 30 Jahren gab es laut Prof. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig, einen Rückgang der Zahl der Suizide in Deutschland von 18.000 auf ca. 9.400. Einer der wichtigsten Gründe für diesen deutlichen Rückgang dürfte die bessere Versorgung depressiv Erkrankter sein, so Hegerl anlässlich des Europäischen Depressionstages. Doch trotz dieser Fortschritte werden auch heute noch weniger als zehn Prozent der circa vier Millionen depressiv Erkrankten in Deutschland optimal behandelt, schätzen Experten. „Dies ist ein nicht tolerierbarer Zustand, da Depressionen schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankungen sind und wirksame Behandlungen wie Antididepressiva und kognitive Verhaltenstherapie zur Verfügung stehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Versorgung muss besser vernetzt werden

„Obwohl bei der Diagnostik und Therapie der Depression in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht wurden und viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten existieren, weisen Studien auf einen weiteren Optimierungsbedarf in der Diagnosestellung und Therapie hin“, betont auch Prof. Detlef Dietrich, Repräsentant der European Depression Association (EDA). Vor allem hinsichtlich einer abgestuften und vernetzten Versorgung zwischen haus-, fachärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung und bei der Indikation für ambulante oder stationäre Behandlungsmaßnahmen besteht laut Aussage von Prof. Manfred Wolfersdorf, Sprecher Arbeitskreis Depressionsstationen Deutschland/Schweiz, Verbesserungsbedarf. Mit der neuen, kürzlich verabschiedeten S3-Leitlinie komme man dieser Optimierung näher.

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Prof. Ulrich Hegerl
© Universitätsklinikum Leipzig

Weitere Informationen:

Der Europäische Depressionstag am 16. Oktober fand in diesem Jahr zum 7. Mal statt. Die Initiatoren wollen insbesondere durch Öffentlichkeitsarbeit die Stigmatisierung und die Diskriminierung von Betroffenen abbauen und über die Erkrankung aufklären. Depressive Störungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von 15 bis 18 Prozent in Deutschland zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

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