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12.11.2010

Methodenbewertung

Neue Untersuchung bei bestimmten Dünndarmblutungen

Berlin – Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen, bei denen Blutungen des Dünndarms festgestellt wurden, deren Ursache unklar ist, können künftig eine Kapselendoskopie als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beanspruchen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.

„Damit steht diesen Patientinnen und Patienten künftig eine innovative, genaue und schonende Untersuchungsmethode zur Verfügung“, sagt Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzender des für Methodenbewertung zuständigen Unterausschusses.

Die Kapselendoskopie ist ein neues Verfahren, bei dem mit Hilfe eines auf die Ausmaße einer schluckbaren Kapsel verkleinerten Videoendoskops (Kapselendoskop) der Darm bildlich dargestellt werden kann. Nach dem Herunterschlucken wird die Kapsel durch die natürliche Darmbewegung weitergeleitet und übermittelt dabei videoendoskopische Bilder drahtlos an ein Aufzeichnungssystem außerhalb des Körpers.

Bei der Untersuchung des Dünndarms schließt die Kapselendoskopie eine diagnostische Lücke, da dieser bisher aufgrund seiner Lage und Länge einer endoskopischen Darstellung schwer zugänglich war. Blutungen im Dünndarm können durch sehr unterschiedliche Erkrankungen verursacht werden. Mit Hilfe der genauen Ergebnisse der Kapselendoskopie sind künftig gezieltere Therapieentscheidungen möglich. Gleichzeitig hat der G-BA Vorgaben zur Qualitätssicherung beschlossen. Dazu gehören die Qualifikation der behandelnden Ärzte sowie Vorgaben zur Qualität der zum Einsatz kommenden Kapselendoskopiesysteme.

Der Beschluss des G-BA wird dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur rechtlichen Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

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Video-Kapselendoskopie zur Dünndarmdiagnostik. © Aktion Meditech

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