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07.12.2010

Diabetisches Fußsyndrom

Datenbank soll Therapiemaßnahmen bewerten

Berlin – Eine interdisziplinäre Expertengruppe um den Diabetologen Dr. Alexander Risse, Leiter des Diabeteszentrums am Klinikum Dortmund, will Deutschlands größtes Register zum Diabetischen Fußsyndrom (DFS) aufbauen. Damit sollen unter anderem Kosten-Nutzen-Bewertungen von Behandlungen ermöglicht werden.

Alle 19 Minuten wird in Deutschland bei einem Diabetiker ein Fuß oder ein Bein amputiert oder teilamputiert. Mit knapp 28.000 Amputationen pro Jahr gehört das Diabetische Fußsyndrom zu den gefürchtesten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Mithilfe der neuen Datenbank sollen Therapieoptionen und Heilungschancen für die rund 200.000 Diabetiker mit DFS verbessert werden. Geplant ist, dass künftig alle Schwerpunktkliniken ihre Daten kontinuierlich zur Verfügung stellen. „Wir benötigen dringend eine fundierte Datenlage zum Diabetischen Fußsyndorm, um angewandte therapeutische Maßnahmen vernünftig evaluieren zu können“, sagt Gruppensprecher Risse. Eine unabhängige Datenbank, die sämtliche therapierelevante Daten aus ganz Deutschland erfasse, gebe es bislang nicht.

Kosten-Nutzen-Relationen von Behandlungsmaßnahmen

Die neue Datenbank soll auch Kosten-Nutzen-Bewertungen ermöglichen. Experten erwarten, dass sich die Zahl der Diabetiker in Deutschland von heute rund sechs Millionen bis zum Jahr 2030 verdoppeln wird. Entsprechend steigen auch die Kosten, die im Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. „Diabetes und seine Folgeerkrankungen belasten bereits heute die Krankenkassen, die Solidargemeinschaft und die Volkswirtschaft erheblich“, sagt der Medizinökonom Prof. Wilfried von Eiff, Centrum für Krankenhaus Management an der Universität Münster. Besonderes Augenmerk sei auf die Tatsache zu legen, dass die Amputationshäufigkeit von diabetischen Fußulzerationen von der Einbindung der Patienten in feste Vorsorge-, Betreuungs- und DMP-Programme abhänge. „Umso wichtiger ist es, ein Instrument zu entwickeln, mit dem man die Kosten-Nutzen-Relation von Behandlungsmaßnahmen evaluieren kann.“

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Das Diabetische Fußsyndrom gehört zu den gefürchtesten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.
© Foto: Disetronic Medical Systems

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