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18.05.2011

Medizinstudierende

Ehrliche Debatte über Rationierung gefordert

Berlin – Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat ein Positionspapier zu Rationierung im Gesundheitswesen veröffentlicht. Darin verlangen die Studenten eine „ehrliche und gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung über Rationierung und Priorisierung“.

Weiter heißt es in dem Dokument, dass Priorisierung und Rationierung zwar grundsätzlich nicht wünschenswert seien, eine Finanzierung von allem medizinisch Nützlichen und Sinnvollen vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Mittel derzeit aber nicht möglich sei. „Deshalb ist dies keine unethische, sondern eine notwendige Debatte, die zu mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen führt.“ Derzeit finde Rationierung vor allem durch die individuelle Entscheidung von Ärzten, Pflegern und anderen Leistungserbringern statt. „Dadurch entzieht sich der Prozess gesellschaftlicher Kontrolle.“

Verdeckte Rationierung auf dem Rücken von Ärzten und Patienten

Auf Ablehnung stößt bei der bvmd auch das budgetbegrenzte Wirtschaften der Vertragsärzte. Im üblichen Regressverfahren bei Überschreitungen des Richtgrößenvolumens für Arzneimittel sieht die Organisation eine verdeckte Rationierung. Diese werde auf fatale Weise auf dem Rücken der Ärzte sowie der Patienten ausgetragen. Die Medizinstudierenden machen sich für eine obligate Sonderbedarfsprüfung bei drohendem Regressverfahren stark. Bei nachweislich fehlendem Sonderbedarf solle eine konstruktive Beratung stattfinden. Bisher müsse der Arzt die ökonomische Richtigkeit seines Handelns aufwendig nachweisen. „Durch die weitgehende Entlastung des Arztes von dieser Nachweispflicht wird die ökonomische Bewertung seiner therapeutischen Entscheidungen auf eine objektivere Grundlage gestellt“, heißt es in dem Positionspapier.

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