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07.10.2011

Ärzte ohne Grenzen

Medikamentenmangel bei Tropenkrankheit

Berlin – In Südamerika können tausende Patienten, die an der Tropenkrankheit Chagas leiden, in den kommenden Monaten nicht behandelt werden. Grund ist die zusammengebrochene Versorgung mit dem Mittel Benznidazol, teilt die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen mit.

Sie fordert das brasilianische Gesundheitsministerium auf, Maßnahmen zu ergreifen, um das Medikament wieder verfügbar zu machen. Das staatliche brasilianische Labor LAFEPE (Laboratorio Farmaceutico do Estado de Pernambuco) stellt als einziges weltweit Benznidazol her. Die Produktion des zu Grunde liegenden Wirkstoffs wurde kürzlich an eine neue Firma übertragen, die ihn aber bisher nicht vorschriftsgemäß herstellen konnte. Als Folge des Medikamentenmangels hat Ärzte ohne Grenzen die Untersuchung von Patienten in Paraguay, wo es die meisten Chagas-Fälle gibt, teilweise eingestellt. „Diese Situation ist inakzeptabel“, sagt Henry Rodriguez, der Leiter der Projekte von Ärzte ohne Grenzen in Bolivien und Paraguay. „Es muss dringend eine Lösung für unsere Patienten gefunden werden.“ Der Engpass gefährde die kürzlich begonnenen Programme mehrerer Staaten, Chagas zu bekämpfen. Die Krankheit sei für 12.500 Todesfälle pro  Jahr verantwortlich, acht bis zehn Millionen Menschen seien derzeit infiziert, schätzt Ärzte ohne Grenzen. Symptome sind zunächst Fieber, Ödeme im Gesicht, Durchfall, Bauchschmerzen und Luftnot. Ein langer Befall kann zu Herzbeschwerden und Nervenschädigungen führen. Chagas wird von einem Parasiten verursacht und hauptsächlich von Wanzen übertragen. Eine Infektion kann aber auch von Mutter zu Kind, durch Bluttransfusionen oder durch kontaminierte Lebensmittel erfolgen.

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Der Parasit "Trypanosoma cruzi", der als Erreger der Chagas-Krankheit in Lateinamerika große medizinische Bedeutung hat.
© Centers for Disease Control and Prevention, Public Health Image Library

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