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11.04.2012

Abrechnungen

Krankenkassen wollen Zahnärzten auf den Zahn fühlen

Berlin - Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wollen die Abrechnungen von Zahnärzten künftig stärker kontrollieren. Außerdem fordern sie Höchstsätze für zahnärztliche Leistungen, die von der GKV bezuschusst werden. Die Zahnärzte wehren sich dagegen.

Der GKV-Spitzenverband schlägt vor, dass die Krankenkassen auch den Teil der Rechnung prüfen, den die Versicherten aus eigener Tasche zahlen müssen. Bisher bezahlten die Kassen den Festzuschuss, sähen aber nicht die Rechnung, die der Patient für den privaten Anteil erhalte. Das mache es für die Kassen unmöglich, die Leistungen auf ihre Qualität hin zu prüfen und deren Abrechnung nachzuvollziehen. „Die Versicherten werden mit der Überprüfung der Rechnung ihres Zahnarztes allein gelassen“, heißt es vom GKV-Spitzenverband. Die Kassen fordern daher, die Transparenz bei der Abrechnung zahnärztlicher Leistungen zu verbessern. Sie wollen zum Beispiel Rechnungskopien über die tatsächlich erbrachten Leistungen erhalten, wenn die Kassen an den Kosten einer Behandlung beteiligt sind. Neben der Überprüfung der Rechnungen fordert die GKV auch eine Reform des Abrechnungssystems. Die Kassen kritisieren, dass der Honoraranteil, der über den vertraglichen Leistungskatalog (Bema) abgerechnet wird, immer weiter zurückgeht.

Kassen fühlen sich in Bezahlerrolle gedrängt

Bei Zahnersatzleistungen liege er bei nur noch knapp einem Viertel der Gesamtkosten. Die übrigen drei Viertel würden nach GOZ abgerechnet. Dies hat aus Sicht des GKV-Spitzenverbands zu einer „sozial unausgewogenen, deutlichen Mehrbelastung der GKV-Versicherten und eine Aushöhlung des bewährten Sachleistungsprinzips im Bereich der zahnmedizinischen Versorgung geführt“. Darüber hinaus seien die Kassen so faktisch in die Rolle des Bezahlers gedrängt. Sie bezuschussten zwar einen erheblichen Teil von privatärztlichen Leistungen, hätten aber keinen Einfluss auf deren Preisgestaltung, da diese Leistungen nach der privaten Gebührenordnung – und damit außerhalb des für die gesetzlich Versicherten maßgeblichen Regelwerks – erbracht würden, so die Kritik. Die Kassen fordern gesetzliche Möglichkeiten, in Verträgen mit Zahnärzten Höchstsätze für zahnärztliche Leistungen nach der GOZ auszuhandeln, sofern sie dafür anteilig Kosten oder Zuschüsse übernehmen.
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) wehrt sich: „Der Gesetzgeber dünnt die Leistungen immer mehr aus, der Patient muss mehr zuzahlen. Für die galoppierenden Verwaltungskosten der Kassen und die Schieflage in der Verteilungsstruktur können die behandelnden Zahnmediziner aber nicht der Sündenbock sein“, sagt BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Er verweist darauf, dass die gesetzlichen Kassen nur von ihnen festgelegte Grundleistungen bezuschussten. „Dadurch gegebenenfalls nötig gewordene Zuzahlungen können nicht den Medizinern angekreidet werden“, so Engel.

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Krankenkassen wollen auch den Rechnungsteil, den Zahnärzte direkt mit ihren Patienten abrechnen, stärker kontrollieren. © DAK / Schläger

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