
Das dem nationalen Gesundheitsministerium angegliederte Institut ist in den USA dafür zuständig, medizinische Maßnahmen zu bewerten. Das Ziel: die Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Der frühere Name des Instituts lautete Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR).
www.ahrq.govDie 1986 gegründete Akademie will den öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs über ethische Fragen in der Medizin, den Heilberufen und im Gesundheitswesen fördern. Zu den Mitgliedern der interdisziplinären und interprofessionellen medizinethischen Fachgesellschaft zählen unter anderem: Ärzte, Pflegekräfte, Philosophen, Theologen und Juristen. Eine wichtige Aufgabe der Akademie ist es, Personen, die in der Klinischen Ethikberatung tätig sind, zu qualifizieren. Klinische Ethikberatung ist ein in Deutschland relativ neuer Ansatz zur Verbesserung der Qualität in der Patientenversorgung, mittlerweile bieten jedoch immer mehr Krankenhäuser Ethik-Fortbildungen, Ethik-Arbeitsgruppen, Ethik-Komitees oder Ethik-Konsile etc. an.
http://www.aem-online.deIm Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) haben sich 2005 Vertreter zahlreicher Gesundheitsberufe und -institutionen, Patientenorganisationen und Interessierte zu einem gemeinsamen Netzwerk zusammengeschlossen. Es setzt sich für eine sichere Gesundheitsversorgung ein und widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung dazu geeigneter Methoden. In Arbeitsgruppen, Gremiumssitzungen, Jahrestagungen und auf Fachkongressen fördert das Bündnis den gegenseitigen Austausch und erarbeitet Handlungsempfehlungen zu Themen wie Arzneimitteltherapiesicherheit oder Behandlungsfehlerregister. APS pflegt Kooperationen mit Verbänden, Fachgesellschaften, Forschungsinstituten, Krankenkassen, Institutionen der Selbstverwaltung und Patientenorganisationen. Es wird vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt.
www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.deDer Verein für Socialpolitik ist mit insgesamt mehr als 3.400 persönlichen und 48 korporativen Mitgliedern die größte Vereinigung von Wirtschaftswissenschaftlern im deutschsprachigen Raum. Ein Netzwerk von derzeit mehr als 40 Gesundheitsökonomen hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im gleich lautenden Ausschuss aktiv. Der Verein bezweckt „die wissenschaftliche Erörterung wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher sowie wirtschafts- und sozialpolitischer Probleme in Wort und Schrift wie auch die Pflege internationaler Beziehungen innerhalb der Fachwissenschaft“. Mehr zu Personen, Publikationen und Veranstaltungen unter:
http://wwz.unibas.ch/health-economics/ausschuss-fuer-gesundheitsoekonomie/abteilung/ecohealth/Das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Tübingen, der Lehrstuhl für Medizin-Management der Universität Duisburg-Essen sowie der Lehrstuhl Öffentliches Recht II der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum bilden den Forschungsverbund Allokation. Anlass war das Defizit an Forschung über Auswirkungen impliziter Leistungsbegrenzung auf der Mikroebene. Das interdisziplinäre Projekt verbindet Ethik, Medizin, Ökonomie und Recht und versucht über exemplarische Untersuchungen Aspekte der Allokation kostspieliger Innovationen im Gesundheitswesen zu untersuchen. Dabei sollen auch konkrete Handlungsempfehlungen für Ärzte und Patienten zu ethisch vertretbaren Konfliktlösungen erarbeitet werden. Gefördert wird der Verbund vom Bundesforschungsministerium.
www.iegm.uni-tuebingen.de/index.php?option=com_content&task=view&id=51&Itemid=178Das Bundesministerium für Gesundheit wirkt im Rahmen seiner gesetzlichen Aufsichtsbefugnisse gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und dem Spitzenverband Bund darauf hin, dass die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden. In dieser Eigenschaft begleitet es auch die Entwicklung einer Konzeption für Kosten-Nutzen-Bewertungen. Das BMG hat unter anderem zu dem Thema einen öffentlichen Workshop am 18. Juni 2007 durchgeführt. Auf seiner Website hat es auch eine Stellungnahme zur Methodik veröffentlicht, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen entwickelt hat (Datum 06. August 2008).
www.bmg.bund.de/cln_110/nn_1168258/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/K/Glossar-Kosten-Nutzen-Bewertung/Stellungnahme.html?__nnn=trueDas Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ist eine selbstständige wissenschaftliche Einrichtung, die den Deutschen Bundestag und seine Ausschüsse in Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels berät. Das TAB wird seit 1990 vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – auf Basis eines Vertrags mit dem Deutschen Bundestag – betrieben. Steuerungsgremium des TAB ist der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.
Hierbei kooperiert das KIT seit September 2003 mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe. Thematische Schwerpunkte des Büros sind Bio- und Gentechnik, Umwelt und Gesundheit.
Die Kanadische Agentur für Medikamente und Technologien im Gesundheitswesen (CADTH) erstellt im Auftrag der Regierung, Territorien und Provinzen Berichte über die wirksamsten und kosteneffizientesten Medikamente und Technologien. Die Evaluationen werden selbstständig auf der Basis von Studien durchgeführt, die der Hersteller einreicht. Die Agentur wird vom Kostenträger des Gesundheitswesens finanziert.
www.cadth.ca/Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit. 2000 wurde die Deutsche Agentur für Health Technology Assessment (HTA) des DIMDI, DAHTA@DIMDI, gegründet. Sie betreibt ein Informationssystem HTA und führt ein Programm zur Erstellung von HTA-Berichten durch. Damit gleicht das Aufgabenfeld der Agentur dem des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Theoretisch ist es auch möglich, dass das IQWiG dem DIMDI Aufträge erteilt. Bisher ist es dazu allerdings noch nicht gekommen (Stand: Juli 2008).
www.dimdi.de/static/de/hta/index.htmIm Oktober 2008 gründeten 17 Hochschulprofessoren die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö). Sie setzen sich zum Ziel, die Wissenschaft, Forschung und Politikberatung auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie zu fördern. Spezielle Ausschüsse der Gesellschaft beschäftigen sich mit Themen wie Krankenversicherung, Versorgungsforschung sowie Verteilung.
www.dggoe.deDie medizinische Forschung bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Der Deutsche Ethikrat verfolgt die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft. Auf seiner Sitzung am 29. Mai 2008 hat der Rat eine erste Reihe von Themen auf seine Agenda gesetzt. Besondere Aufmerksamkeit wird er demnach auch der Ressourcenallokation im Gesundheits- und Sozialwesen widmen. Dieses Thema hatte auch seine Vorgängerorganisation (Nationaler Ethikrat) beschäftigt. Das 56-seitige Wortprotokoll der Jahrestagung 2006 „Gesundheit für alle – wie lange noch?“ kann im Internet nachgelesen werden. Zum Protokoll:
http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/Tagungsdokumentation_JT_2006_Gesundheit_fuer_alle.pdf
Das Deutsche Cochrane Zentrum (DCZ) ist quasi der „Ableger“ eines internationalen Netzwerkes bestehend aus Ärzten, Wissenschaftlern und Methodikern, der Cochrane Collaboration.
Kernaufgabe dieser Experten ist die Erstellung, Verbreitung und Aktualisierung von systematischen Übersichtsarbeiten mit dem Ziel, Entscheidern in der Medizin fundierte Informationsgrundlagen zu bieten. Auf diese Weise können Ärzte den aktuellen Stand der klinischen Forschung in kurzer Zeit objektiv beurteilen. Das DCZ veröffentlicht seine systematischen Übersichtsarbeiten in einer Datenbank, der Cochrane Library. Das DCZ mit Sitz in Freiburg ist der offizielle Vertreter der Cochrane Collaboration im gesamten deutschsprachigen Raum. Eine weitere Aufgabe der Experten: Sie möchten, dass ihre Forschungsergebnisse Eingang in die Gesundheitsversorgung nehmen und das Resultat ihrer Arbeit dazu beiträgt, die Patienteninformation zu verbessern.
Das 1969 gegründete Institut ist dem Bundesministerium für Gesundheit nachgeordnet und soll der fachlich interessierten Öffentlichkeit fundierte Informationen aus dem gesamten Gebiet der Medizin zugänglich machen. Dazu zählen die deutsche Fassung der Klassifizierung ICD-10, aber auch über 70 Datenbanken zu Medizin, Toxikologie und Pharmazie sowie Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte und Health Technology Assessment. Jüngster Service ist das Versandapothekenregister. Alle Informationen werden vom DIMDI kostenfrei zur Verfügung gestellt.
www.dimdi.deDas DNEbM versteht sich als interdisziplinäres und multiprofessionelles Forum aller an der Evidenzbasierten Medizin (EbM) und Evidenzbasierten Gesundheitsversorgung Interessierten. Es wurde 2000 gegründet, um Konzepte und Methoden der EbM in Praxis, Lehre und Forschung zu verbreiten und weiter zu entwickeln. In dem Forum sind viele verschiedene Fachbereiche organisiert – zum Beispiel: Ethik und EbM, Evidenzbasierte Pharmazie, Health Technology Assessment sowie Patienteninformation und Patientenbeteiligung etc.
www.ebm-netzwerk.de/Das Referenzzentrum ist seit Januar 2004 Arbeitsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste für die Erarbeitung der „Grundlagen, Normen und Kriterien der ethischen Urteilsbildung in den Biowissenschaften“ und wird als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bonn geführt. Ziel der im DRZE geleisteten Arbeit ist es, die in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik geführte bioethische Debatte innerhalb Deutschlands, ebenso wie auf europäischer und internationaler Ebene zu fördern und zu vernetzen. Dazu werden interdisziplinär die für die aktuellen Diskussionsfelder erforderlichen Informationen wissenschaftlich erarbeitet und in verschiedenen Formaten wie Print- und Online-Publikationen, Datenbanken, Vorträgen und Veranstaltungen öffentlich zugänglich gemacht. So soll das DRZE die normativen Grundlagen zu einer qualifizierten Meinungs- und Urteilsbildung im Bereich der Ethik in den Biowissenschaften und der Medizin erarbeiten.
www.drze.de _blankDemographischer Wandel und medizinische Innovation führen zu steigender Nachfrage nach medizinischen Leistungen, während die finanzielle Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems stagniert. Diese Feststellung ist der Ausgangspunkt für ein von der Deutschen Forschungsgesellschaft gefördertes Projekt, in dem nach Möglichkeiten gesucht wird, die noch erbringbaren Leistungen der Gesundheitsversorgung zu bewerten, gewichten und zu priorisieren. Daran arbeiten innerhalb des Projektes „Priorisierung in der Medizin“ 17 Wissenschaftler aus 13 Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen, darunter Mediziner, Ökonomen, Ethiker, Psychologen, Philosophen und Juristen. Ziel des Teams unter der Leitung von Prof. Dr. Adele Diederich von der Jacobs Universität Bremen ist es, klare Konzepte für die Priorisierung zu entwickeln und die Auswirkung solcher Entscheidungen für die Betroffenen zu untersuchen. Die DFG-Förderperiode läuft zunächst bis April 2010, Zwischenergebnisse sind in einer eigenen Schriftenreihe veröffentlicht. Die Website der Forschungsgruppe bietet Informationen zu allen beteiligten Wissenschaftlern und zugehörigen Publikationen.
www.priorisierung-in-der-medizin.deSeit Frühjahr 2011 analysiert ein Wissenschaftsverbund Geschlechteraspekte in der Forschung. Schon lange ist bekannt, dass Frauen anders krank und auch anders gesund sind als Männer. Doch welche Konsequenzen sind aus dieser Erkenntnis zu ziehen? „This network aims to contribute to an integration of gender perspectives in epidemiological and medical research as well as in medical education“, heißt es auf der Website des Verbundes. An der Initiative beteiligt sind das Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Universität Bremen sowie die Universitätskliniken Essen und Münster. Teilprojekte der Initiative beschäftigen sich unter anderem mit „Gender-sensitive Concepts in Genetics/Tumour Research“ und „Gender-sensitive Concepts in Neuroscience and Gender-sensitive Medical Education“.
Das Zentrum ist eine in der Schweiz einzigartige Initiative verschiedener Fakultäten. Die Ethiklehrstühle der theologischen, philosophischen und medizinischen Fakultäten bilden den Kern des 1995 gegründeten Zentrums.
Gegenwärtig arbeiten dort über 40 wissenschaftliche Mitarbeiter. Das Zentrum betreibt und koordiniert an der Universität Zürich die Lehre und Forschung in der Ethik. Die Mitarbeitenden des Ethik-Zentrums sind in Forschung und Lehre einerseits mit Grundlagenreflexion zu Fragen der Moralphilosophie und der theologischen Ethik sowie mit aktuellen Fragen der angewandten Ethik beschäftigt. Im Bereich der angewandten Ethik liegen die Schwerpunkte der Forschung in der biomedizinischen, der politischen sowie der Umweltethik. Fragen der Gerechtigkeit und Menschenwürde bilden die wichtigsten Querschnittsthemen. Das Zusammenspiel von Grundlagenreflexion und angewandter Ethik aus der Perspektive verschiedener Disziplinen gehört zu den spezifischen Kompetenzen des Ethik-Zentrums.
Die Europäische Akademie widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung und Beurteilung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen für das individuelle und soziale Leben des Menschen und seine natürliche Umwelt.
Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung absehbarer mittel- und langfristiger Prozesse, die insbesondere durch Natur- und Ingenieurwissenschaften und die medizinischen Disziplinen geprägt sind. Die Europäische Akademie führt in wissenschaftlicher Unabhängigkeit einen Dialog mit Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft. Mehrere Projektgruppen beschäftigen sich mit medizinischen Themen, beispielsweise mit der „Klinischen Forschung in vulnerablen Populationen“.
Euroqol ist ein Netzwerk von europäischen Wissenschaftlern, das den EQ-5D-Index entwickelt hat. Durch standardisierte Befragungen kann der Gesundheitszustand von Patienten mit einem einzigen statistischen Wert dargestellt werden. Die website gibt in englischer Sprache Auskunft über den EQ-5D-Index, wie er angewendet wird und welche Forschungsaktivitäten die Wissenschaftler unternehmen.
www.euroqol.orgFür Menschen mit seltenen Erkrankungen gibt es seit April 2011 ein neues Internet-Forum. Ziel ist es, dass sich Patienten, deren Angehörige und Experten leichter vernetzen, besser austauschen und gemeinsam Lösungen finden können. Gemeinsam können Plattformmitglieder Konzepte für Produkte und Dienstleistungen entwickeln und diskutieren, die nicht nur Einzelnen helfen, sondern vielen. Gesucht werden verschiedene Vorschläge, zu denen technische Hilfsmittel und Produkte, medizinische und pflegerische sowie medizintechnische und haushaltsnahe Dienstleistungen gehören. Die Initiative „Gemeinsam für die Seltenen“ wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „EIVE – Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte am Beispiel seltener Erkrankungen“ ins Leben gerufen.
www.gemeinsamselten.deDer G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung, bestehend aus Leistungserbringern (Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser) und Kostenträgern (Krankenkassen). Er bestimmt den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und wird auch der „kleine Gesetzgeber“ genannt, weil dieses Gremium die vom Gesetzgeber aufgegebenen Feinarbeiten erledigt – z.B. das Formulieren von Richtlinien – und damit die Vorgaben konkretisiert. Der G-BA stützt sich bei seinen Entscheidungen, was von der Gesetzlichen Krankenversicherung erstattet wird und was nicht, auf die Bewertungsergebnisse des IQWiG. Je nach Auftrag können diese eine reine Nutzen- oder bei Arzneimitteln auch eine Kosten-Nutzen-Bewertung umfassen.
www.g-ba.deDie Website bietet rund eine Milliarde Zahlen und Kennziffern zu den unterschiedlichsten Aspekten der Gesundheitsversorgung: Kosten in Arztpraxen werden dort ebenso dargestellt wie der Gesundheitszustand von allein Erziehenden oder der Einsatz von Kernspintomographien. Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes richtet sich an gesundheitspolitische und wissenschaftliche Experten, aber auch Bürger und Patienten.
www.gbe-bund.deDie Universität von Groningen in den Niederlanden betreibt ein englisch sprachiges Glossar, in dem viele zentrale Begriffe der Kosten-Nutzen-Bewertung und der Gesundheitsökonomie erläutert sind.
www.healtheconomics.nl/W/HealthEconomics.nlDie internationale Fachgesellschaft firmierte früher unter dem Namen International Society of Health Technology Assessment (ISTAHC). Sie wendet sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch Nutzer von HTA-Berichten sowie Entscheidungsträger. Über die Ziele der Organisation heißt es auf der Website: „HTAi's mission is to support the development, communication, understanding and use of HTA around the world as a means of promoting the introduction of effective innovations and effective use of resources in health care.“
www.htai.orgDie Gesundheitsreform 2007, das so genannte GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz, hat mit dem § 137a Sozialgesetzbuch V die sektorenübergreifende Qualitätssicherung eingeführt. Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses war es, diesen Auftrag an einen unabhängigen Anbieter zu vergeben. Nach abgeschlossenem Vergabeverfahren wurde das Göttinger AQUA-Institut beauftragt, gemäß § 137a SGB V „Verfahren zur Messung und Darstellung“ zu entwickeln. Das AQUA wurde 1993 im Rahmen einer Kooperation zwischen Wissenschaftlern der Universitäten Göttingen und Hannover gegründet, seit 1995 heißt es AQUA. Als Dienstleister für Qualitätssicherung in Deutschland und Europa ist AQUA etabliert und an der Entwicklung von Qualitätsindikatoren der Systeme QISA (Qualitätsindikatorensystem für die ambulante Versorgung) und EPA (Europäisches Praxisassessment) beteiligt. Neben Publikationen in Fachzeitschriften führt das Institut auch einen eigenen Verlag. Leiter des Instituts ist Prof. Dr. Joachim Szecsenyi.
http://www.aqua-institut.deDas IQWiG ist ein unabhängiges Institut, das im Jahr 2004 gegründet wurde und maßgeblich von der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert wird. Es soll den Nutzen medizinischer Leistungen (medikamentöse und nicht-medikamentöse) untersuchen. Auftraggeber des IQWiG ist entweder das Bundesgesundheitsministerium oder der Gemeinsame Bundesausschuss. Das IQWIG entwickelt die Methoden, die bei der Bewertung zum Einsatz kommen. Für die Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln schlägt das IQWiG die „Analyse von Effizienzgrenzen“ vor, die bei führenden Gesundheitsökonomen auf Ablehnung stößt.
Zum Methodenvorschlag: www.iqwig.de/methoden/knb/index.html
Die internationale Vereinigung für Gesundheitsökonomie veranstaltet Kongresse und verbindet damit Wissenschaftler weltweit. Insbesondere junge Gesundheitsökonomen sollen gefördert werden. Für herausragende Veröffentlichungen verleiht die iHEA jährlich den „Kenneth J. Arrow Award“. Als derzeitiger Executive Director fungiert Thomas E. Getzen (Temple University), Präsident ist aktuell Uwe Reinhardt (Princeton, University).
www.healtheconomics.org/Das österreichische Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (HTA) ist im April 2006 für die Dauer von sieben Jahren gegründet worden. Es versteht sich als unabhängige Instanz der Entscheidungsunterstützung im Gesundheitswesen, es will eine „wissenschaftliche Grundlage für Entscheidungen zu Gunsten eines effizienten und angemessenen Ressourceneinsatzes“ bieten. Weiter heißt es auf der Internetseite: „Wir nehmen dabei eine breite gesellschaftsrelevante Sicht auf medizinische Interventionen ein und verpflichten uns einem qualitativen Fortschrittsbegriff.“ Das Institut hat sich die Weiterentwicklung von HTA-Methodik zum Ziel gesetzt, dabei wird großer Wert auf die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse gelegt: Das sollen systematisches Arbeiten und das Offenlegen der Methoden ermöglichen.
Die 1960 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich. Ihre Institute befassen sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen.
Das als NICE abgekürzte Nationale Institut für Gesundheit und Klinische Exzellenz prüft Medikamente und Gesundheitsleistungen durch Kosten-Nutzen-Bewertungen für den Nationalen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) in England und Wales. Die Evaluationen werden selbstständig durchgeführt, Forschungsaufträge von der Research-Abteilung vergeben. Das NICE diente in der politischen Diskussion als ein wichtiges Vorbild für die Einrichtung des deutschen IQWiG.
www.nice.org.ukneu
Das PCORI ist eine unabhängige US-amerikanische Forschungseinrichtung, die vom Kongress im Zuge der Gesundheitsreform 2010 eingerichtete wurde. Das Institut will die verschiedenen Optionen in Prävention, Diagnose und Therapie von Erkrankungen in ihrer Wirksamkeit vergleichen. Die gewonnenen Informationen sollen Patienten, ihren Betreuern und dem Klinikpersonal zur Verfügung gestellt werden, damit sie gut informierte Entscheidungen in Gesundheitsfragen treffen können. Außerdem will PCORI Methoden entwickeln, wie Patienten an jedem Schritt des Forschungsprozesses beteiligt werden können.
Die konkreten Aufgaben des Instituts sind:
1. Nationale Prioritäten für die Forschung zu identifizieren
2. Eine Forschungsagenda nach den identifizierten Prioritäten aufzustellen
3. Forschung zu finanzieren, die mit diesen Zielen übereinstimmt
4. Patienten und ihren Betreuern nützliche Informationen zur Verfügung zu stellen
Das 1954 in Australien gegründete Committee ist eine der ältesten Institutionen der Welt, die unabhängige Prüfungen von medizinischen Präparaten durchführt. Es berät den zuständigen Minister über Kosten-Nutzen-Effekte von Medikamenten und Therapien und gibt Hinweise für Empfehlungen zur Dosierung und Restriktion. Das Committee besteht aus 18 Wissenschaftlern und führt keine eigene Forschung und Evaluation durch.
health.gov.au/internet/main/publishing.nsf/Content/Pharmaceutical+Benefits+Advisory+Committee-1Aufgabe des 2001 gegründeten Zentrums ist es unter anderem, die Konsequenzen der Nationalen Leitlinien zu untersuchen. Die Institution hat mittlerweile beim Thema Priorisierung eine Vordenkerrolle in Schweden übernommen und beispielsweise grundlegende Prinzipien der Priorisierung definiert. Finanziert wird das PrioriteringsCentrum vom „Nationalen Rat für Gesundheitspolitik“. Dieser wird vom Sozialministerium, dem Verband der Provinziallandtage und den Kommunen getragen.
http://www.imh.liu.se/halso-och-sjukvardsanalys/prioriteringscentrum?l=svIn seinen alle zwei Jahre erscheinenden Gutachten analysiert der Rat die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Dabei schlägt er auch Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehender Überversorgung vor. Bisher sind 14 Gutachten erschienen. Eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen sind von der Gesundheitspolitik aufgegriffen worden, z.B. die Kassenwahlfreiheit oder die Einführung eines Risikostrukturausgleichs.
www.svr-gesundheit.deWichtigste Aufgabe des Scottish Medicines Consortium (SMC) ist es, das NHS Scotland (National Health Service for Scotland) über neu zugelassene Medikamente und neue Rezepturen oder Anwendungsgebiete bereits existierender Medikamente zu beraten. Das Konsortium setzt sich für seine Stellungnahme ein enges Zeitfenster: zwölf Wochen, nachdem das neue Produkt erhältlich ist. Ferner übernimmt das SMC seit 2005 für die hiesige Gesundheitsbehörde das so genannte „horizon scanning“. Die frühe Aufklärung über neue, in der Entwicklung befindliche Medikamente soll dazu beitragen, die Planungen des National Health Service zu verbessern. Bisher sind vier so genannte „Forward Look reports“ erschienen (Stand August 2010).
Ein Blick auf die Website des SMC lohnt allein schon deshalb, weil Schottland als Referenzland für die in Deutschland neu einzuführende frühe Nutzenbewertung von Arzneimitteln gilt.
Zum 1. Juli 2008 hat der neue Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) eine zentrale Rolle im deutschen Gesundheitswesen übernommen. Als die Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen gestaltet er die Rahmenbedingungen für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland. Auch im Arzneimittelbereich ist er eine wichtige Instanz. In Zukunft wird er neben Festbetragsgruppen auch über Höchstbeträge von Arzneimitteln entscheiden, das heißt bis zu welcher Summe Krankenkassen die Kosten übernehmen. Grundlage für die Festsetzung dieser Höchstbeträge für innovative und nicht festbetragsfähige Arzneien kann eine Kosten-Nutzen-Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sein.
https://www.gkv-spitzenverband.de/Home.gkvnetDer Oregon Health Plan priorisiert und rationiert die Leistungen aus dem Medical Assistance Program für Geringverdiener. Erstellt wird er vom Department of Human Services der Regierung des US-Bundesstaates Oregon. Bereits seit circa zwanzig Jahren gibt es eine ständig aktualisierte Liste, die medizinische Leistungen nach ihrer Wichtigkeit sortiert. Von einer gewissen Grenze an – aktuell nach Position 502 – werden Leistungen nicht mehr bezahlt. Der Internetauftritt des Oregon Health Plan gibt detailliert Auskunft über die Rechtsgrundlage für die Leistungsverteilung, über die Anwendung und den Empfängerkreis. Die jeweils aktuelle Prioritätenliste inklusive Budget-Grenze steht zum Download bereit. Ergänzend veröffentlicht das Department of Human Services Qualitätsberichte und eine Vielzahl von Statistiken.
www.oregon.gov/DHS/healthplan/Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) ist der Wirtschaftsverband der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 46 forschenden Arzneimittelherstellern und ihrer über 100 Tochter- und Schwesterfirmen. Auf der website des Verbandes gibt es vielfältige Informationen zum Thema Arzneimittel – u.a. hat der VFA in einer zweiseitigen Übersicht zusammengestellt, wie die Richtlinien zu Kosten-Nutzen-Bewertungen in anderen Ländern aussehen. Die Übersicht zeigt, wie man mit dem Thema in Australien, Kanada, Finnland, den Niederlanden, Schweden, Frankreich und Großbritannien umgeht.
Zur Übersicht der internationalen Guidelines: www.vfa.de/download/SAVE/de/politik/positionen/position-kosten-nutzen-bewertung.html/overview-guidelines.pdf
Zweck des gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Berlin ist der Wissensaustausch zu den mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen von medizinischen Verfahren und Technologien im Gesundheitswesen (Technologiebewertung). Der Verein fördert akademische Lehre und Ausbildung sowie fachliche Fortbildung und den wissenschaftlichen Austausch. Vereinsvorsitzender ist PD Dr. Matthias Perleth.
http://www.health-technology-assessment.de/Die Internetplattform www.versorgungsatlas.de analysiert die regionalen Unterschiede der medizinischen Versorgung in Deutschland und deren Ursachen. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI), dessen Träger die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist, möchte mit seinem Angebot über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen informieren und den Blick auf den lokalen Handlungsbedarf lenken.
In Tabellen und Karten werden Analysen zu örtlichen Besonderheiten und Unterschieden in den Strukturen, Abläufen und Ergebnissen der medizinischen Versorgung übersichtlich dargestellt. Die Themen gehen bisher von Daten zu Impfquoten über die Beratung zur Darmkrebsfrüherkennung bis hin zu Prävalenz depressiver Störungen. Sie werden kontinuierlich um weitere Studien ergänzt. Die vom ZI selbst durchgeführten Analysen basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Beiträge veröffentlicht werden, die zuvor durch ein Gremium unabhängiger Wissenschaftler methodisch bewertet wurden.
Das Krankenkassen-Institut erforscht Grundlagen und Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung und der mit ihr zusammenhängenden Gebiete. Die Arbeiten sollen die Kassen bei der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung unterstützen. Das WIdO versteht sich in diesem Sinne als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis.
wido.deWINEG ist das wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse. Es untersucht die Wirkungen von Einrichtungen und Abläufen im Gesundheitswesen sowie von gesetzlichen Maßnahmen auf den Gesundheitszustand der Versicherten und auf die Wirtschaftlichkeit von Teilsystemen. Das Institut widmet sich auch dem Thema Kosten-Nutzen-Bewertungen. Ein Projekt untersuchte beispielsweise die Frage, was Deutschland bei der Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneistoffen von Großbritannien lernen könne.
http://www.tk.de/tk/wineg/118306Seit 1995 arbeitet die „Zentrale Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten“ bei der Bundesärztekammer. Ihre 16 Mitglieder entwickeln vor allem Stellungnahmen zu ethischen Fragestellungen im Hinblick auf Ressourcenverteilung, Fortschritt und technologische Entwicklung sowie auf Pflichten der ärztlichen Berufsausübung. Die Internetseite der Kommission gibt in erster Linie Einblick in die umfangreichen Stellungnahmen, beispielsweise zum Thema Priorisierung, Stammzellenforschung oder Patientenverfügung. Die Inhalte werden beständig aktualisiert, aber auch ältere Stellungnahmen wie beispielsweise „Prioritäten in der medizinischen Versorgung“ aus dem Jahr 2000 sind dokumentiert. Über ein Formular kann zudem jeder Interessierte Kontakt zur Ethikkommission aufnehmen.
http://www.zentrale-ethikkommission.deDas von den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung finanzierte Forschungsinstitut beschäftigt sich überwiegend mit der ambulanten Gesundheitsversorgung. Zu den wesentlichen Aufgabenbereichen gehören: Gesundheitsökonomie und Wirtschaftlichkeitsanalysen in der ambulanten Versorgung, Versorgungsforschung, Konzeption und Auswertung von Programmen im Bereich der primären und sekundären Prävention, Disease Management für chronische Erkrankungen.
www.zi-berlin.deDas Zentrum ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und befindet sich seit 1996 am Agaplesion Markus Krankenhaus. Es ist in Deutschland die erste (und bisher auch einzige) Sonderstelle für Medizinethik, die in einem evangelischen Krankenhaus angesiedelt ist und deren Personalkosten von der Ev. Landeskirche vollständig übernommen werden. Alle Mitarbeiter des Krankenhauses können sich dort bei ethischen Fragen beraten lassen, ebenso wie Patienten und ihre Angehörigen. Durch Fortbildungen und Veranstaltungen werden zudem ethische und rechtliche Aspekte aus dem Bereich der Medizin, der Pflege und des Gesundheitswesens reflektiert.
www.medizinethik-frankfurt.de/Das Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) wird von der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers finanziert und versteht sich als Dienstleistungs- und Forschungsinstitut im kirchlichen Auftrag. Auf der Website des Zentrums heißt es: „Entscheidungen bei ethischen Konflikten in Medizin, Pflege und anderen Bereichen des Gesundheitswesens werden zunehmend schwieriger. Es ist unser Anliegen, den öffentlichen Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Personen zu fördern und mit zu gestalten.“ Als Arbeitsschwerpunkte nennt das ZfG unter anderem Priorisierung und Gerechtigkeit bei der Ressourcenallokation. Die Mitarbeiter beschäftigen sich aber auch mit Palliativmedizin und Sterbebegleitung, Humangenetik und Biotechnologie sowie Ethikberatung in Krankenhaus und Altenheim.
www.evlka.de/zfg_de_dyn/index.phpDas ZME ist ein 1986 von Professoren der Ruhr-Universität Bochum gegründeter Verein. Es führt selbstständig Forschungsvorhaben zum Thema angewandte biomedizinische Ethik durch und übernimmt Forschungsaufträge von dritter Seite. Schwerpunkt der Arbeit ist die ethische Güterabwägung im Gesundheitswesen und ihre Anwendung in klinischer Praxis. Das ZME gibt die „Medizinethischen Materialien“ heraus und veranstaltet Fallstudien- und Forschungskolloquien.
www.zme-bochum.deWählen Sie aus
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