Direkt zu:

30.11.2018

Welt-AIDS-Tag 11.400 sind HIV-infiziert und wissen es nicht

Berlin (pag) – Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland geht zurück. 2017 haben sich 2.700 Menschen infiziert, ein Jahr vorher waren es 300 mehr. Darauf weisen das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hin. Doch es gebe immer noch viele Menschen, die gar nicht wissen, dass sie HIV-infiziert sind.

Nach Angaben von RKI-Präsident Lothar H. Wieler liegt diese Zahl bei 11.400. „Freiwillige Selbsttests und niedrigschwellige Testangebote, auch für Menschen ohne Krankenversicherung, sind daher wichtig, damit Menschen mit HIV-Infektion behandelt werden können“, sagt er. Gründe für die sinkende Zahl der Neuinfektionen seien seiner Meinung nach unter anderem die frühe Behandlung nach der Diagnose und eine gestiegene Testbereitschaft.
Insgesamt lebten Ende 2017 rund 86.100 Menschen mit HIV in Deutschland, teilen BMG und RKI mit: „Die größte Betroffenengruppe sind nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben.“ Bei dieser Gruppe sei die Zahl der Neuinfektionen aber deutlich zurückgegangen (2013: 2300; 2017: 1700). Dagegen soll sie bei Heterosexuellen und spritzenden Drogennutzern auf niedrigem Niveau etwas ansteigen.
„Dank der erfolgreichen Präventionsarbeit und der guten Behandlungsmöglichkeiten gehört Deutschland bereits zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa“, erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Aber der Kampf gegen HIV und AIDS ist damit noch lange nicht vorbei. Wir wollen die Zahl der Neuinfektionen weiter senken“, sagt der Minister. Helfen sollen dabei die Freigabe von HIV-Selbsttests und die Prophylaxe PrEP als Kassenleistung.
Für Sven Warminsky vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe ist der Rückgang der Neuinfektionen erfreulich und wegweisend. „Wir verdanken diesen Erfolg einer Kombination aus konsequenter HIV-Prävention und medizinischen Fortschritten“, sagt er.