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30.11.2018

Anhörung 150 Lieferengpässe bei Arzneimitteln pro Jahr

Berlin (pag) – Gesundheitsexperten sorgen sich über wiederkehrende Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten. Betroffen seien unter anderem Antibiotika und Krebsmittel. Jedes Jahr komme es zu rund 150 Lieferengpässen bei relevanten Arzneimitteln, so das Fazit von Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, bei einer Expertenanhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Dies hätten auch große Krankenhausapotheker bestätigt, stellt Ludwig fest. Ursachen des Problems sind den geladenen Experten zufolge die zunehmende Konzentration des Marktes und die Verlagerung der Herstellung von Medikamenten in asiatische Länder wie China und Indien. Besonders in diesen Ländern sei die Transparenz über Wirkstoffhersteller „völlig unzureichend“, sagt Ludewig im Ausschuss. Da die die Bevorratungsfristen für wichtige Arzneimittel mit zwei Wochen zu kurz bemessen seien, sollten diese ausgeweitet werden.

Der vergangene Pharmadialog wird im Nachgang von allen Sachverständigen als Fortschritt gewertet. Pharmaunternehmen haben sich dazu verpflichtet, Behörden und Kliniken frühzeitig über mögliche Lieferengpässe bei wichtigen Arzneien zu informieren. Vereinbart wurde auch eine Liste mit relevanten Arzneimitteln, die von Lieferengpässen betroffen sein könnten. So soll die Versorgung durchgängig mit alternativen Medikamenten gewährleistet werden. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Martin Zentgraf, betont im Ausschuss, der Jour Fixe verhindere, dass aus einem Lieferengpass ein Versorgungsengpass werde.