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24.02.2026

DiabetesÄrzte warnen vor digitaler Kluft

Berlin (pag) – Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), kontinuierliche Glukosemessung und algorithmengestützte Systeme verbessern die Diabetesprävention und -therapie erheblich. Doch nicht alle Patienten profitieren von diesen Fortschritten, mahnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).

Wer keinen Zugang zu Technik hat, keine ausreichende digitale Kompetenz besitz oder aber eine analoge Versorgung bevorzugt, drohe abgehängt zu werden. Vor der Presse stellt die DDG Forderungen für eine sozial gerechte Digitalisierung in der Diabetesversorgung vor. Sie setzt sich etwa für einen einfachen Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) ein. Gesundheitsdaten wie Medikationspläne oder Befunde sollten bei jedem Arztbesuch verfügbar sein – auch wenn Betroffene die Anwendung selbst nicht aktiv nutzen.

DDG-Vizepräsident Dr. Tobias Wiesner warnt vor sozialer Ausgrenzung: „Wenn der Zugang zu Versorgung an technische oder soziale Voraussetzungen geknüpft ist, verschärfen wir bestehende Ungleichheiten.“ Menschen mit geringem Einkommen verfügten oft nicht über geeignete Endgeräte oder stabile Internetverbindungen. Hinzu komme eine geringe digitale Gesundheitskompetenz. Komplexe Anwendungen, Fachsprache oder fehlende Mehrsprachigkeit erschwerten die Nutzung. Auch algorithmische Verzerrungen seien ein Risiko: Wenn Systeme vor allem mit Daten privilegierter Gruppen trainiert würden, könnten Benachteiligte schlechtere Empfehlungen erhalten. Zudem sei es wichtig, auch das Bedürfnis nach ausschließlich analoger Diabetesversorgung zu respektieren. „Menschen mit Diabetes, die nicht an der Digitalisierung teilnehmen wollen, sollten ein Recht auf analoge Teilhabe, Freiheit von digitalem Zwang und Schutz vor technologischer Diskriminierung in der Diabetesversorgung erhalten.“

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