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10.04.2026

BundeskabinettAktionsplan für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit

Berlin (pag) – Das Bundeskabinett hat einen 36-seitigen Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (ATMS) beschlossen. Damit sollen die AMTS-Forschung, digitale Medikationsprozesse sowie AMTS-Kompetenzen gestärkt werden.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) umreißt die Ziele des Plans wie folgt: „mehr Wissen durch mehr Daten, digitale Lösungen wie dem elektronischem Medikationsplan und mehr Wissen durch die weitere Stärkung des Bewusstseins für die Gefahren, die von Wechsel- und Nebenwirkungen ausgehen können“. Der Politikerin betont die Wichtigkeit innovativer Arzneimittel, aber bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente steige das Risiko von unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen. „Schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen resultieren jährlich aus Medikationsfehlern, die in vielen Fällen vermeidbar sind“, sagt Warken. 

Der Plan zielt unter anderem auf die systematische Entwicklung evidenzbasierter Lösungen zur Verringerung von Medikationsrisiken ab. Ein erster Schritt soll die Identifikation neuer Messverfahren sein, um die Wirksamkeit von Arzneimitteltherapien auf Basis von Routinedaten präziser bestimmen zu können. Zum digitalen Medikationsprozess teilt das Bundesgesundheitsministerium mit, dass gezielte Handlungsempfehlungen – etwa für die Patientenaufnahme und das Entlassmanagement in Kliniken – entwickelt werden sollen. Ferner soll die Einführung eines interprofessionellen AMTS-Stewardship aus Ärzten, Apothekern und Pflegekräften evaluiert werden.

Aufbauend auf dem Kabinettsbeschluss soll jetzt eine interprofessionelle Koordinierungsgruppe aus Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern, Pflegekräften sowie Vertretern der Krankenhäuser- und Patientenverbände eine gemeinsame Strategie zu den Maßnahmen des Aktionsplans erarbeiten.

Dennis Geisthardt, Leiter des digital.hub im Verband Forschender Arzneimittelhersteller, betont, dass angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels die Potenziale der elektronischen Patientenakte konsequent genutzt und ihre KI-Readiness tatsächlich hergestellt werden müssten, um die Versorgung nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu verbessern. Darauf hinzuarbeiten, könnte zu einer Priorität für den im Aktionsplan vorgesehenen neuen Expertenkreis „Jour Fixe dgMP“ werden.