Direkt zu:

16.02.2021

Aufklärung
 
APS startet Kampagne zu Sepsis

Berlin (pag) – Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) startet eine Aufklärungskampagne zum Krankheitsbild Sepsis. Unter dem Motto „Deutschland erkennt Sepsis“ und mithilfe einer neu ins Leben gerufenen Website wollen das APS, weitere Sepsis-Initiativen und der Verband der Ersatzkassen helfen, jährlich Tausende unnötige Todesfälle zu vermeiden.

„Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Notfall wie Schlaganfall oder Herzinfarkt“, verkündet das Bündnis zum Kampagnenstart. Das Problem laut APS: Obwohl pro Jahr allein in Deutschland 75.000 Menschen an einer Sepsis sterben, sind weder Bürger noch Beschäftigte in Gesundheitsberufen ausreichend über das Krankheitsbild aufgeklärt – mit fatalen Folgen. „Mindestens 15.000 bis 20.000 Todesfälle an Sepsis könnten verhindert werden – jedes Jahr“, betont die Vorstandsvorsitzende des APS, Dr. Ruth Hecker, bei der Auftakt-Pressekonferenz. Damit das gelingt, müssten die kritischen Zeichen – etwa ein nie gekanntes schweres Krankheitsgefühl, Apathie, plötzlich auftretende Verwirrtheit, Fieber und erhöhter Puls – erkannt werden. Zudem sei es wichtig, vorzubeugen. „Nahezu jede Infektionskrankheit und fast jeder Krankheitserreger kann zur Sepsis führen“, erläutert Prof. Konrad Reinhart von der Deutschen Sepsis Stiftung. Mit Blick auf den Aufklärungsgrad in der Bevölkerung fordert er: „Wir müssen das, was wir für den Bereich Krebs und Aids erreicht haben, auch bei der Sepsis schaffen.“ Denn mit Impfungen und besserer Hygiene ließen sich zahlreiche Menschenleben retten. Gerade beim Impfen bestehe allerdings Nachholbedarf: In anderen westlichen Industriestaaten wie Australien, den USA und Großbritannien liege die Impfrate gegen Grippe und Pneumokokken doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Sterblichkeit dagegen ist nach der Einführung nationaler Qualitätsstandards zur früheren Erkennung einer Sepsis deutlich niedriger als hierzulande.

Zur Verbesserung der Lage fordern die Initiatoren unter anderem den Ausbau der telemedizinischen Versorgung, geeignete Strukturen zur Erkennung von Sepsis in den Kliniken sowie die Verankerung des Wissens über die Erkrankung in Aus- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe.