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06.02.2018

Apotheken Arzneimittelausgaben um 3,1 Prozent gestiegen

Berlin (pag) – Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind letztes Jahr um 3,1 Prozent auf 35,2 Milliarden Euro gestiegen. Das ist weniger als in der Rahmenvorgabe von Ärzten und Krankenkassen erwartet (3,2 Prozent). Das ergeben erste Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) auf Basis der Abrechnungsergebnisse von Apothekenrechenzentren.

In der Statistik sind nach Angaben des DAV die Einsparungen der Kassen durch Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern noch nicht berücksichtigt. Diese betrugen allein in den ersten neun Monaten 2017 rund 2,9 Milliarden Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Obwohl sich die Anzahl der GKV-Versicherten auf knapp 73 Millionen erhöht habe, sei die Anzahl der verordneten Arzneimittelpackungen auf 741 Millionen gesunken (-2,1 Prozent), wundert sich der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. „Wir haben mehr Versicherte und immer mehr ältere Patienten. Das trägt ebenso wie der medizinische Fortschritt zu den Kosten bei. Wenn mehr Patienten länger und besser leben können, darf man keine rückläufigen Ausgaben erwarten.“ Deshalb sei auch für 2018 eine Steigerung von 3,2 Prozent für die Arzneimittelausgaben von Ärzten und Krankenkassen eingeplant worden. „Nur ein Bruchteil der Ausgaben für die Arzneimittelversorgung geht an die Apotheken“, sagt Becker. Ihr Anteil an den GKV-Ausgaben liege seit Jahren unter 2,5 Prozent. Becker kritisiert allerdings auch die Haltung der Krankenkassen, die hohe Ausgaben beklagen würden, obwohl ihre Finanzsituation sehr gut sei. „Mich ärgert das, und die Versicherten können das sowieso nicht mehr nachvollziehen.“

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