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19.06.2024

Qualitätssicherung AWMF kritisiert überarbeitete IQTIG-Methoden

Berlin (pag) – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) begrüßt Fortschritte der „Methodische Grundlagen, Entwurf für Version 2.1“ des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Gleichzeitig sehen die AWMF und ihre Mitglieder Verbesserungsbedarf, der eine baldige Weiterentwicklung nahelege.

Die AWMF führt in ihrer Stellungnahme aus, dass bei der Evaluation von Qualitätssicherung zwar Patienten und Leistungserbringende im Fokus stehen. Daneben gelte es aber auch, die weiteren institutionell Beteiligten zu evaluieren. Die AWMF gibt zu bedenken, „dass sich das IQTIG in Bezug auf die effiziente Durchführung von QS-Verfahren nicht selbst evaluieren kann“.

Zur Nutzung von Leitlinien wiederholt die AWMF ihre Kritik aus 2021: „Wir sehen derzeit aktuelles Leitlinienwissen nicht ausreichend in den Indikatoren des IQTIG abgebildet.“ Die Gründe dafür sollten verfahrensbezogen in den Qualitätsreports dargelegt werden. Weiter heißt es nachdrücklich: „Wir empfehlen nun, Leitlinienwissen jeweils aktuell zu halten für die angewandten Indikatoren!“

Als problematisch sieht es die AWMF außerdem an, dass das IQTIG Expertenstandards der Pflege mit evidenzbasierten Leitlinien gleichsetze. „Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb unterschiedliche methodische Standards für unterschiedliche Professionen im Gesundheitswesen gelten sollen.“ Falls benötigt, sei ein Rückgriff auf einen Expertenstandard möglich, dieser sollte methodisch mit denselben Kriterien gemessen werden wie eine Leitlinie. Vor diesem Hintergrund hält die Arbeitsgemeinschaft eine bedarfsweise angezeigte Nutzung einer S2k-Leitlinie auch für eine Option.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Beteiligung externer Experten. Die AWMF schlägt erneut vor, bei der Erstellung und Weiterentwicklung von Qualitätssicherungsverfahren regelhaft Experten aus den thematisch betroffenen Fachgesellschaften zu beteiligen, „da diese nicht nur eine Einzelmeinung vertreten, sondern die Expertise ihrer Organisation“. Auch sollten regelhaft Leitlinienkoordinierende beteiligt werden.