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09.09.2026

Krisenfall-StrategieBÄK fordert Lagezentrum Gesundheit

Berlin (pag) – Angesichts von Krisen, drohenden Kriegen und Umweltkatastrophen fordern die Bundesärztekammer (BÄK) und ihr Präsident Dr. Klaus Reinhardt die Etablierung eines resilienten Gesundheitswesens. Den Entscheidern in den Ministerien und im Bundestag gibt die BÄK ein Strategiepapier an die Hand. Eine Forderung: die Schaffung eines Lagezentrums Gesundheit auf Bundesebene.

„Im Krisenfall sollte das zentrale Lagezentrum einerseits die Erfassung verfügbarer personeller und sachlicher Kapazitäten für die Gesundheitsversorgung verbessern und andererseits im Sinne einer strategischen Patientensteuerung die Verteilung von Verletzten nach Vorbild des in der Corona-Pandemie entwickelten Kleeblattsystems bewerkstelligen“, schlägt die BÄK im Strategiepapier „Im Krisenfall handlungsfähig: Resilienz des Gesundheitswesens aus ärztlicher Sicht“ vor. In dieser Einrichtung solle die BÄK die ärztliche Expertise durch gezielte Einbindung der Fachgesellschaften und anderer Akteure bündeln.

Neben dem Lagezentrum regt sie eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes an. Der Co-Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft „Resilienz des Gesundheitswesens“ der BÄK, Dr. Edgar Pinkowski, stellt fest: „Wir benötigen in Krisensituationen eindeutige Zuständigkeiten und klare Abläufe.“ Die Kammer wünscht sich ein besseres Zusammenwirken von Akteuren und Ebenen. 

Essenziell seien zudem eine adäquate Ausstattung und Bevorratung. Dazu zählten neben dem Schutz von Gesundheitseinrichtungen vor Angriffen wie Cyberattacken auch die Sicherung von Gesundheitseinrichtungen vor Ausfällen kritischer Infrastrukturen. Um die derzeitige Lieferkettenfragilität zu überwinden, müssten eine (Wieder-)Ansiedlung von Produktionen in Europa, eine Diversifizierung von Lieferketten und eine strategische Bevorratung in Deutschland und Europa zusammen gedacht werden. „Der bereits nach der COVID-19-Pandemie formulierte Plan einer Nationalen Reserve Gesundheitsschutz (NRGS) mit einer Bevorratung für mindestens sechs Monate muss endlich umgesetzt werden.“

Darüber hinaus hänge die Resilienz des Gesundheitswesens von Personalverfügbarkeit und -qualifikation ab.
Reinhardt wünscht sich ein deutlich robusteres Gesundheitssystem. „Der Gesetzgeber muss dieses Thema mit dem geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz schnell und entschieden angehen.“

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