GesundheitskompetenzBÄK macht sich für Public-Health-Strategie stark
Berlin (pag) – Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert eine Public-Health-Strategie. Bei der Vorstellung der neuen Stellungnahme räumt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein: In Deutschland gebe es bei dem Gesundheitszustand der Bevölkerung, der Gesundheitskompetenz und den Anreizen, ein gesundheitsbewusstes Leben zu führen, noch „Luft nach oben“.
In der über 50-seitigen „Bestandsaufnahme zu Public Health“ wird eine Strategie angemahnt, die insbesondere die positiven Ansätze von Gesundheitsförderung und Prävention systematisch und bundesweit nutzbar mache. Auch andere wichtige Public-Health-Funktionen wie Gesundheitsschutz, Krisenbewältigung, Gesundheitskommunikation, multiprofessionelle Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Forschung seien zu integrieren. „Die Vielzahl der Akteure erfordert eine transparente Koordination und übergreifende Governancestrukturen“, heißt es. Naturgemäß sieht die BÄK eine zentrale Rolle der Ärzteschaft: Sie könnte im Versorgungssystem auf der Individualebene zur Gesundheitsförderung und Prävention beitragen. Durch den breiten Zugang der Bevölkerung zur hausärztlichen Versorgung werden die Maßnahmen auch bevölkerungsmedizinisch wirksam. Allerdings müsse der Einsatz der Ärzteschaft klarer gebündelt werden. Außerdem seien eine kontinuierliche und systematische Erhebung, Analyse und Bewertung von gesundheitsbezogenen Daten sowie eine gezielte und bedarfsgerechte Berichterstattung für die Identifikation von Problemlagen und für die Planung, Implementierung und Evaluation von Public-Health-Maßnahmen unerlässlich.
Die BÄK hat die Stellungnahme auf Empfehlung ihres wissenschaftlichen Beirats veröffentlicht, als dessen Vorsitzender der Onkologe Prof. Michael Hallek am 29. November bestätigt wird. Warken sieht bei der Vorstellung in der Bundespressekonferenz mehrere gesundheitspolitische Anknüpfungspunkte. Beim Thema Forschung und Innovationen setzt die Politikerin auf das Forschungsdatenzentrum Gesundheit, mit dem man ein „neues Level“ erreichen werde. „Alle Versorgungsbereiche werden davon profitieren.“ Um die Bevölkerung besser und schneller mit faktenbasierten Informationen zu erreichen, soll die Gesundheitskommunikation des Bundesgesundheitsministeriums mit seinen nachgeordneten Behörden abgestimmt werden. Hochaktuell sei zudem das Thema Gesundheitssicherheit und Resilienz im Krisenfall. Das Ministerium bereite derzeit zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Ausnahmefall ein Gesetz vor.