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21.05.2019

Indien BMZ lässt Auswirkungen von ModiCare untersuchen

Bonn/London/Delhi (pag) – Mit der „ModiCare“-Reform will die indische Regierung 500 Millionen Haushalten eine Krankenversicherung für die sekundäre und tertiäre Gesundheitsversorgung ermöglichen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) evaluiert ein internationales Forschungskonsortium den Erfolg des ambitionierten landesweiten Vorhabens.

Das vom Heidelberger Institute of Global Health geführte Konsortium besteht aus dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik; City, University of London; IQVIA (Indien) und Nielsen (Indien). Es soll die kurzfristigen Auswirkungen der ambitionierten landesweiten Krankenversicherung der indischen Regierung, Pradhan Mantri Jan Arogya Yojana Abhiyan (PMJAY) – umgangssprachlich auch bekannt als ModiCare –, ermitteln.

Dafür werden die sozialen Krankenversicherungssysteme in Südasien mit besonderem Schwerpunkt auf Indien systematisch überprüft. Eine Prozessdokumentation soll die Abfolge der Ereignisse beschreiben, die zur Einführung des Systems geführt haben. Bestandteil des Projektes ist auch eine Haushaltsbefragung, die ermittelt, wie sich die Versicherung auf die Nutzung von Gesundheitsdienstleistungen und Gesundheitsausgaben auswirkt. Ergänzt wird diese durch eine Krankenhausbefragung, die Auswirkungen der Versicherung auf die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen abschätzen soll. Die beiden Befragungen werden sich jeweils auf eine Stichprobe von 16.000 Haushalten und 168 Krankenhäusern in sieben Staaten stützen.

Die Ergebnisse der Evaluierung sollen dazu beitragen, die weitere gesundheitspolitische Entwicklung in Indien zu gestalten. Sie dienen ferner zur Information der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich des sozialen Gesundheitsschutzes.