InnovationsfondsBrandenburgs Zukunft: Regionale Versorgungsplanung
Prignitz/Ostprignitz-Ruppin (pag) – Das Innovationsfondsprojekt ProReVers untersucht das Potenzial einer regionalen Versorgungsplanung in den beiden brandenburgischen Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Diese sei sinnvoll, sagen die Projektbeteiligten, aber an diverse Bedingungen geknüpft.
ProReVers steht für Prospektive Regionale Sektorenübergreifende Versorgungsplanung. Die Leitung hat AGENON (Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen) inne. Projektpartner sind die AOK Nordost, die KMG Kliniken, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) sowie die Medizinische Hochschule Brandenburg. Als Instrumente dienen eine Analyse und Fortschreibung von Routinedaten, eine Strukturdatenrecherche sowie Befragungen von Versorgern und Versicherten.
Demnach ist die hausärztliche Versorgung in den beiden Kreisen im Nordwesten Brandenburgs noch gut. „70 Prozent der Bevölkerung erreichen einen Hausarzt in bis zu fünf Minuten PKW-Fahrzeit, 99 Prozent in bis zu 15 Minuten“, informiert AGENON-Geschäftsführer Steffen Bohm bei der Vorstellung des Projekts. Doch die Hausärzte werden älter, die Entfernung zu Fachärzten und Krankenhäusern erachten die Bürger als kritisch. Es schreit nach einer Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung, nach der Schaffung von Gesundheitsregionen. „Das ist Brandenburgs Zukunft“, meint Landesgesundheitsministerin Britta Müller. Sie spricht von „stambulanter Versorgung“.
„Aus Sicht der Projektpartner liegt die Lösung in einem regionalen Ansatz der Versorgungsplanung, der die für Deutschland typische Trennung von ambulantem und stationärem Sektor entsprechend dem regionalen Bedarf überbrückt“, so Bohm. Notwendig sei dafür eine regionale Planungskonferenz, die mit den relevanten Akteuren vor Ort besetzt ist, führt Lutz O. Freiberg von der KVBB aus. Diese könne den Versorgungsplan in Angriff nehmen, der durch seine regionale und „Betroffenen“-Sicht Akzeptanz erfahre. Dafür müsse das Land die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen. Der Kreis wiederum richtet die Planungskonferenz ein. Als Kontroll- und Beratungsgremium fungiere eine Landesarbeitsgemeinschaft der verantwortlichen Akteure. Am Ende stehe dann der Versorgungsauftrag, den die Stakeholder gemäß ihrer Zuständigkeit wahrnehmen.