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18.06.2019

Impfpflicht BVKJ: Masernschutzgesetz erhöht Immunität der Bevölkerung

Berlin (pag) – Der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht sich für die Impfpflicht bei Masern aus. Sie könne dabei helfen, einen ausreichenden Schutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen. 

Der BVKJ begrüßt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfung noch in diesem Jahr zur Pflicht machen will. „Unser Berufsverband setzt sich seit Jahren dafür ein. Denn Masern sind eine hochansteckende Krankheit“, sagt Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ bei seiner Jahrespressekonferenz anlässlich des 49 Kinder- und Jugendärztetages.
Die Impfaufklärung habe nicht erreicht, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung einen Immunschutz haben. Erst dann gilt der sogenannte Herdenschutz, das heißt, die Immunisierung ist so hoch, dass ausreichender Schutz auch für jene besteht, die nicht geimpft werden können wie Säuglinge, Menschen mit Immundefekten, Schwangere und Stillende. Als Ursache sieht Fischbach Nachlässigkeiten beim Impfschutz. Eine Impfpflicht, eingebettet in ein nationales Gesamtkonzept, das Aufklärung, ein Impfregister und konsequente Erinnerungssysteme enthalte, könne dafür sorgen, dass die Impfquote steige, so der Präsident.
Doch das Masernschutzgesetz reicht dem BVKJ nicht aus. „Wir wollen eine Pflicht für alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen“, erklärt Fischbach. Eine Pflicht nur für Masern sei auch deshalb schwer umzusetzen, weil es derzeit keinen Einzelimpfstoff gebe.
Außerdem beschäftigt den Verband das Thema Zucker. Er kritisiert die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Die selbstverpflichtenden Maßnahmen für die Industrie bis 2025 sind dem BVKJ „zu lasch, zu unverbindlich“. Die Umsetzung helfe Kindern heute nicht. Der Verband fordert deshalb eine einfache Kennzeichnung der Inhaltsstoffe auf Lebensmittelverpackungen, ein Werbeverbot für an Kinder gerichtete Lebensmittel, verbindliche Standards für Kita- und Schulessen und eine Zuckersteuer.