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15.05.2018

Neue Enquete-Kommission CDU/CSU-Fraktion fordert ausgewogene Debatte über KI

Berlin (pag) – Die Koalitionsfraktionen haben bei ihrer Klausurtagung in Murnau beschlossen, eine Enquete-Kommission des Bundestags zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) einzuberufen. Sie solle Antworten auf grundlegende Zukunftsfragen geben. Fortschritte wie im medizinischen Bereich veränderten Gesellschaft und Arbeitswelten grundlegend.  Rechtliche Standards zum Einsatz von KI würden benötigt.

KI befeuere den technischen Fortschritt, werde zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor und habe einen gesellschaftlichen Mehrwert, sagt Nadine Schön, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. „Die automatisierte Bilderkennung kann zur Früherkennung von Krebs beitragen. Damit sorgt KI für Fortschritte im medizinischen Bereich“, so Schön. Mit der Verbreitung der Technologie einher ginge aber auch die Notwendigkeit, grundlegende gesellschaftliche, rechtliche und ethische Fragen des Einsatzes von KI zu beantworten. Die richtigen Regularien und ethischen Standards müssten gefunden werden. Mit dem Einsatz einer Enquete-Kommission werde die dazu notwendige Debatte geführt, würden ethische und gesellschaftliche Grundsätze berücksichtigt. Um weitere zu erwartende Durchbrüche der KI zu ermöglichen, müssten auf politischer Ebene die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Dazu solle die Enquete-Kommission einen Beitrag leisten, sagt Schön.
„Künstliche Intelligenz ist das Innovationsthema Nummer 1 der nächsten Jahre“, ergänzt Tankred Schipanski, Sprecher der Arbeitsgruppe Digitale Agenda. Deutschland sei im Bereich der KI bereits heute sehr gut aufgestellt. „Durch den Fortschritt in dieser Disziplin wird die Digitalisierung substanzielle Schritte nach vorn machen – von Hochtechnologieanwendungen im Medizin- und Forschungsbereich bis zu rein praktischen Anwendung etwa im Mobilitäts- oder Verwaltungssektor“, sagt Schipanski. Die Bereiche Forschung, Entwicklung, Gründungen und Wissenstransfer wolle man in den nächsten vier Jahren „substanziell voranbringen“. Dabei gelte es auch mit Frankreich und Polen zusammenarbeiten. In einem „Masterplan Künstliche Intelligenz“ werde die Koalition dazu strategische Ziele formulieren. „Hiermit wollen wir dazu beitragen, dass Deutschland und Europa zum weltweiten Spitzenstandort für die Innovationslokomotive Künstliche Intelligenz werden“, sagt Schipanski.