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17.07.2018

Initiative CDU/CSU will Rückgang der Organspenden stoppen

Berlin/Kiel (pag) – Angesichts zurückgehender Organspenden in Deutschland haben Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Positionspapier mit konkreten Lösungsansätzen vorgelegt. Ziel ist es, den Negativtrend zu stoppen. Nicht eine abnehmende Spenderbereitschaft in der Bevölkerung, sondern ein Erkennungs- und Meldedefizit in Kliniken ist laut einer Studie des Uniklinikums Schleswig-Holstein die Ursache für die sinkende Zahl an Organspenden.

Aktuell verzeichnet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zwar einen leichten Anstieg bei den Organentnahmen in der ersten Jahreshälfte 2018. Dennoch reichten die Spenden nicht aus und die Zahl der Entnahmen der letzten Jahre sei rückläufig, stellt die CDU/CSU fest. 30 Prozent weniger Entnahmen gab es seit 2010, so die DSG in ihrem Jahresbericht 2017. Die Union konstatiert, dass die niedrigen Zahlen in Deutschland nicht zuletzt auf den Vertrauensverlust der Bürger aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei Wartelisten vor einigen Jahren zurückzuführen seien. Die gesetzliche Einführung einer Widerspruchslösung – nach der jeder Bürger nach seinem Tod zum Organspender wird, sofern er nicht zu Lebzeiten explizit widersprochen hat – führe nicht automatisch zu einem deutlichen Anstieg. Das zeige das Beispiel Schweden. „Dies legt den Schluss nahe, dass die niedrigen Organspendezahlen auf Probleme im Prozess der Organspende zurückzuführen sind. Hier müssen wir ansetzen“, erklären die gesundheitspolitische Sprecherin Karin Maag und der zuständige Berichterstatter Stephan Pilsinger in dem Papier. Sie schlagen vor, Transplantationsbeauftragte in Kliniken ab einer gewissen Größe von Routinearbeiten freizustellen, Kliniken für die Organentnahmen besser zu vergüten sowie mobile Organspendebetreuungsteams einzusetzen, um Kliniken bei der Feststellung des Hirntods und der Organentnahme zu unterstützen. Ferner werden eine bessere Dokumentation und ein zentrales Register empfohlen, um bereitwillige Spender besser zu erfassen.
Anstelle eines Vertrauensverlusts der Bürger machen die Kieler Forscher den Rückgang an organisatorischen Abläufen in den Krankenhäusern und an einer Verunsicherung von Ärzten und Kliniken fest. Die Anzahl möglicher Organspender in Deutschland sei zwischen 2010 und 2015 um 13,9 Prozent gestiegen. Unklare Meldepflichten im neuen Transplantationsgesetz 2012 hätten zu einer Abnahme der von Kliniken gemeldeten Fälle an die DSO geführt (-24,8 Prozent). Meldeverfahren müssten besser organisiert und kontrolliert werden, so der Vorschlag.