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19.04.2024

Umfrage Deutlicher Anstieg von Übergriffen in Krankenhäusern

Berlin (pag) – Gegen Klinikpersonal gerichtete Gewalt nimmt zu. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG). Fast drei Viertel der Krankenhäuser haben in den letzten fünf Jahren eine ansteigende Tendenz festgestellt.

Davon kategorisieren 50 Prozent der befragten Kliniken die Gewaltzunahme als „mäßig“, bei 20 Prozent fiel sie sogar „deutlich“ aus. Lediglich vier Prozent stellen weniger Gewalt fest. In vier Fünfteln der Häuser richte sich die Gewalt überwiegend gegen den Pflegedienst. Bei der Hälfte finden Übergriffe auf Mitarbeiter häufiger in den Notfallambulanzen als auf den bettenführenden Stationen statt.

Besonders drei Ursachen zeigen sich in der Befragung: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Kliniken führt Übergriffe auf den besonderen Zustand des Patienten zurück. Verantwortlich für einen solchen seien beispielsweise Schmerzen oder Alkohol. 73 Prozent der Kliniken erklären sich die Entwicklung mit einem allgemeinen Respektverlust. Eine spezielle Patientenklientel – etwa Patienten mit Schizophrenie oder Demenz – erkennen 69 Prozent als ursächlich. An vierter Stelle, mit 40 Prozent, werden (zu) lange Wartezeiten benannt.

Solche Übergriffe bleiben nicht ohne Folgen – zumeist gehen sie auf das Konto der psychischen Gesundheit von Mitarbeitern. Lediglich 13 Prozent der Kliniken geben an, die Übergriffe hätten nicht zu psychischen Belastungen seitens der Betroffenen geführt. Darüber hinaus kam es in 65 Prozent der Kliniken in der Folge zur Arbeitsunfähigkeit bei Mitarbeitern. Ein knappes Viertel von ihnen (22 Prozent) kündigten in der Konsequenz auf Übergriffe.

Die staionären Einrichtungen setzen auf mannigfaltige Präventions- und Bewältigungsmaßnahmen. Am häufigsten wählen sie Deeskalationstraining, ebenfalls häufig kommen bauliche und technische Maßnahmen zum Einsatz – etwa Zutrittskontrollen, die Beleuchtung dunkler Flure oder Videoüberwachung. 93 Prozent der Häuser fordern angesichts der zunehmenden Gewalt eine Strafverschärfung.

An der Repräsentativbefragung beteiligten sich bundesweit 250 Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten.

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