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05.03.2021

Pädiatrie DGPI will Covid-19-Register ergänzen

Berlin (pag) – Schon seit dem Frühjahr 2020 führt die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) Statistik über gemeldete stationäre Aufenthalte von Kindern, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Nun wird das Register ausgeweitet.

Derzeit melden knapp 160 Kliniken freiwillig Fälle an die DGPI, die wöchentlich ihren Bericht über die neuesten Entwicklungen in den Häusern veröffentlicht. Abgebildet sind bisher neben der zeitlichen und regionalen Verteilung der stationären Fälle unter anderem Alter, Symptomatik und Begleiterkrankungen der Kinder und Jugendlichen. Dafür füllen die Kliniken eine Aufnahme-Meldung sowie einen Entlass-Survey aus. Schon bald sollen sie aber auch Informationen über Covid-19-bedingte Langzeitfolgen bei Kindern weitergeben können, erläutert Prof. Reinhard Berner, DGPI-Vertreter und Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, gegenüber der Presseagentur Gesundheit. Derzeit gebe das Register zwar Auskunft darüber, in welchem Zustand die Kinder die Klinik wieder verlassen. Eine genaue Erfassung und Beurteilung von Langzeitfolgen sei das jedoch noch nicht, erläutert Berner.

In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ hatte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Jörg Dötsch, kürzlich für Aufsehen gesorgt und auf Gefäßentzündungen als Folgeerscheinung einer Covid-19-Erkrankung bei Kindern hingewiesen. Diese könnten unter anderem zu Thrombosen in kleinen Gefäßen wie denen der Zehen führen, den sogenannten Covid-Toes. Derartige Langzeitfolgen seien zwar „etwas Seltenes“, betont Berner, dennoch soll das Register der DGPI nun genauer Aufschluss darüber geben.