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29.04.2026

VersorgungDiabetologen setzen auf digitales DMP

Berlin (pag) – Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) fordert einen Neustart der Diabetesversorgung. Die Disease-Management-Programme (DMP) stoßen an Grenzen – durch analoge Prozesse, fehlende Datennutzung und Brüche zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. In einem Impulspapier macht die Fachgesellschaft konkrete Vorschläge für ein eigenständiges digitales Disease-Management-Programm (dDMP).

Die DDG sieht das digitale DMP nicht als Option, sondern als notwendige Voraussetzung für die Zukunft der Versorgung. „Unser Appell an die Politik: Jetzt die Leitplanken setzen“, fordert DDG-Vizepräsident Dr. Tobias Wiesner. Ihm zufolge liegen etwa die Daten aus Glukosesensoren oder Insulinpumpen häufig in verschiedenen Herstellerportalen. In der Klinik fehlen sie dann oder liegen nur als Screenshot vor. „Der Entlassungsbericht wiederum landet nicht selten verspätet als unstrukturierte PDF in der Praxis – zu spät für die nächste Therapieentscheidung“, so der niedergelassene Diabetologe aus Leipzig. 

Die DDG will ein eigenständiges dDMP, das gesetzlich verankert und bundeseinheitlich geregelt ist. Außerdem müsse es mit verbindlichen Datenstandards umgesetzt werden. Nur so könnten digitale Prozesse analoge Bürokratie ersetzen. Die Mediziner hoffen außerdem, dass die Versorgung nachhaltig verbessert und das Gesundheitssystem sowohl finanziell als auch personell entlastet wird. Diabetes mellitus betrifft rund 9,4 Millionen Menschen und gehört zu den kostenintensivsten chronischen Erkrankungen.

Im Impulspapier der DDG wird neben der verpflichtenden Einführung standardisierter Datensätze auch eine verpflichtende Einbindung der Kliniken in das digitale Programm gefordert. Behandlungsdaten sollen strukturiert in die elektronische Patientenakte (ePA) einfließen und für die Weiterbehandlung verfügbar sein.
Der Fachgesellschaft zufolge droht ohne klare gesetzliche Vorgaben, dass die Digitalisierung bestehende Probleme verstärkt, anstatt sie zu vereinfachen. Ein konsequent umgesetztes digitales DMP könne dagegen Bürokratie abbauen und die Versorgungsqualität messbar verbessern, heißt es seitens der DDG.

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