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15.09.2026

StudieDie Kosten von Demenz

Essen (pag) – Demenz verursacht in hochentwickelten europäischen Ländern jährlich gesellschaftliche Kosten von 221,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Durchschnitt von 25.218 Euro pro Patient. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsteam, das 45 Studien aus ganz Europa ausgewertet hat.

Die Kosten von Demenzerkrankungen entstehen den Forschenden zufolge vor allem durch zwei Hauptkomponenten: 58 Prozent der Gesamtkosten entfallen auf die sogenannte informelle Pflege – die Unterstützung durch Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn, die oft über Jahre hinweg Betreuungsarbeit leisten. Die restlichen 42 Prozent der Kosten entfallen auf direkte medizinische und pflegerische Leistungen wie Arztbesuche, Medikamente, stationäre Behandlungen und Pflegeheime.

„Indirekte Kosten, wie beispielsweise Produktivitätsverluste durch vorzeitigen Ruhestand oder Arbeitsausfall von Angehörigen, tragen nur geringfügig zu den Gesamtkosten bei“, erläutert Studienleiter Prof. Richard Dodel, Universität Duisburg-Essen. Dies zeigt, dass die Belastung für die Gesellschaft vor allem durch die intensive, oft unbewertete Arbeit von pflegenden Familien entsteht. Die Autorinnen und Autoren fordern deshalb, Demenz nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich zu betrachten. „Eine bessere Prävention, frühere Diagnosen und stärkere Unterstützung für pflegende Angehörige könnten die Belastung für Betroffene und ihre Angehörigen deutlich reduzieren“, sagt Dodel.

Die Analyse zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Die Kosten pro Patient schwanken erheblich – von unter 15.000 Euro in einigen osteuropäischen Ländern bis hin zu über 30.000 Euro in westeuropäischen Staaten. Die Unterschiede seien auf unterschiedliche Einkommensniveaus, Pflegesysteme und die Art der Versorgung zurückzuführen.

Mit dem Aufkommen neuer biologischer Therapien, die die Krankheitsentwicklung verlangsamen können, könnte sich die Kostenstruktur in Zukunft verändern. Die Behandlungen erfordern frühzeitige Diagnose, spezielle Tests und intensive Überwachung, was zunächst die Kosten erhöhen könnte. Langfristig könnten sie jedoch die Belastung für Pflegekräfte und Familien und auch die Ausgaben verringern. Ein Fazit der Forschenden lautet, dass die Entwicklung und die Umsetzung neuer therapeutischer Ansätze und politischer Maßnahmen entscheidend sein werden, um die zukünftigen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Demenz zu bewältigen.

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