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03.06.2019

SmED Die medizinische Ersteinschätzungs-Software für die 116117

Berlin (pag) – SmED wurde kürzlich auf einer Tagung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) vorgestellt. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine Software, die medizinisches Fachpersonal mithilfe eines Fragebogens bei der Ersteinschätzung von Patienten evidenzbasiert unterstützt.

SmED steht für Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland. Ab 1. Januar 2020 soll SmED für ein bundesweit einheitliches Ersteinschätzungsverfahren für die Bereitschaftsdienstnummer 116117 verwendet werden. Getestet und evaluiert wird die Software in einem vom Innovationsfonds geförderten Projekt (DEMAND), an dem auch mehrere KVen beteiligt sind.
Grundlage von SmED, ein Medizinprodukt der Klasse I, ist das seit Jahren in der Schweiz etablierte evidenzbasierte Verfahren SMASS (Swiss Medical Assessment System). Im Auftrag des Zi wird das Verfahren für den Einsatz in Deutschland weiterentwickelt. Ergebnis der strukturierten Ersteinschätzung mit dem SmED-Fragebogen sind immer der Zeitpunkt, zu dem eine ärztliche Versorgung stattfinden sollte (sofort, schnellstmöglich, binnen 24 Stunden oder in den nächsten Tagen) und die angemessene Versorgungebene (z.B. Rettungsdienst, Krankenhausnotaufnahme, Arztpraxis oder Bereitschaftspraxis). Es handelt sich um eine Entscheidungshilfe für medizinisches, aber nicht ärztliches Fachpersonal. Auf der Zi-Tagung klingen erste Erfahrungsberichte aus den KVen Sachsen-Anhalt und Bremen vielversprechend. Deutlich wird aber auch: Die echten Herausforderungen liegen in den Randbereichen der telefonischen Einschätzung. Als eine „Baustelle“ klassifiziert Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried etwa jene Gebiete, wo eine Überlappung mit der Notrufnummer 112 besteht. Eine weitere Baustelle stellt der gemeinsame Tresen dar.
Auf der Tagung werden noch weitere Erweiterungsperspektiven angekündigt – etwa eine Patientenapp zur eigenen Einschätzung.