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03.09.2025

NotfallversorgungDKG: INZ mit eigener Vergütungsstruktur

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) legt ein Konzept zur Reform der Notfallversorgung vor. Kernelemente sind eine stets erreichbare und digital bestens ausgestattete Leitstelle, die eine Ersteinschätzung vornimmt und weniger dringliche Fälle per Terminvergabe an Niedergelassene weiterleitet. An den Kliniken sollten Integrierte Notfallzentren (INZ) organisatorischer Ankerpunkt der Notfallversorgung sein.

Ziel muss es laut DKG sein, dass durch diese Steuerung nur solche Patienten die INZ in Anspruch nehmen, die diese auch tatsächlich benötigen. „Für die Menschen ist es mittlerweile selbstverständlich, in Notfällen und außerhalb der Sprechstunden des niedergelassenen Bereichs ein Krankenhaus aufzusuchen. Zunehmend gilt dies auch während der Sprechzeiten“, konstatiert DKG-Vorstandschef Dr. Gerald Gaß. 

Für die Auswahl geeigneter INZ-Standorte werden bundesweite Planungskriterien erarbeitet, auf deren Grundlage die Länder über die Standorte entscheiden, schlägt die DKG vor. INZ sollten von Krankenhäusern und Kassenärztlichen Vereinigungen grundsätzlich gemeinsam betrieben werden. Das Wie der Zusammenarbeit regeln die Partner laut Konzept vor Ort. Damit die INZ kostendeckend arbeiten können, bedürfe es eines neuen Finanzierungssystems. Allerdings sollen auch Krankenhäuser ohne INZ-Anbindung weiterhin an der Notfallversorgung teilnehmen können.

Außerdem sehen die Pläne der Deutschen Krankenhausgesellschaft vor, dass in der ambulanten Notfallversorgung tätige Krankenhausärzte ein eingeschränktes Verordnungsrecht sowie die Möglichkeit zum Ausstellen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bekommen.

Das Verordnungsrecht ist der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ein Dorn im Auge: „Dies wird den Zustrom noch weiter verstärken als reduzieren.“ Dass die Notfallversorgung an allen Krankenhäusern weiterhin stattfinden soll, geht dem Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gegen den Strich. „Eine Notaufnahme ohne vorgeschaltetes INZ ist wie ein Flughafen ohne Sicherheitskontrolle – jeder kann rein, egal ob er dort hingehört oder nicht.“, meint SpiFa-Chef Dr. Dirk Heinrich. 

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