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12.08.2019

AIS Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung tritt in Kraft

Berlin (pag) – Die Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung (EAMIV) ist im Bundesgesetzblatt Nr. 28 vom 2. August veröffentlicht worden. Darin legt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fest, welche Angaben aus der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in die Praxissoftware der Verordner zu integrieren sind.

Die Verordnung enthält im Vergleich zur zweiten Fassung des EAMIV-Referentenentwurfs einige Veränderungen: Eine Recherchefunktion nach Patientengruppen etwa ist nicht mehr Pflicht. Außerdem sollen die Ärzte nicht nur darüber informiert werden, ob eine Auflage in Form einer anwendungsbegleitenden Datenerhebung besteht, sondern auch über eine mögliche Einschränkung der Verordnungsbefugnis. Angezeigt werden soll ferner, ob das Medikament unter die künftige Richtlinie des G-BA zur Anwendung neuartiger Therapien (ATMP) fällt.

Ein Zankapfel war im Vorfeld die Frage, ob die Jahrestherapiekosten abgebildet werden sollen. Jetzt steht endgültig fest: Diese zählen nicht zu den Mindestanforderungen, welche die elektronischen Programme erfüllen müssen, teilt das BMG mit. Erleichtert ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Das hätte „ansonsten zu einer Verschärfung des Regressrisikos für Ärzte geführt“. Die KBV verlangt allerdings, „dass die Mehrkosten für die gesetzlich gewollte Abbildung der elektronischen Arzneimittelinformationen nicht zulasten der Ärzte gehen dürfen“.

Jetzt ist der G-BA am Zug, denn er muss in seiner Verfahrensordnung festlegen, wie die Datensätze zu den Nutzenbewertungsbeschlüssen aussehen und wie sie für die Praxissoftware-Anbieter bereitgestellt werden. Der GKV-Spitzenverband und die KBV müssen festlegen, wie die Informationen des Bundesauschusses in den elektronischen Programmen nicht nur angezeigt, sondern auch recherchiert werden können. Die Implementierung des Arztinformationssystems in der Praxissoftware soll bis zum 1. Juli 2020 erfolgen.