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13.08.2019

Altersbedingte Makula-Degeneration Erblinden verzögern mit früher Diagnose

Berlin (pag) – Fünf Millionen Menschen haben eine Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD). Die Krankheit ist nicht heilbar, lässt sich aber verzögern. Therapien könnte es in 15 Jahren geben. Eine frühe Diagnose sei entscheidend, betont der Selbsthilfeverein Pro Retina vor Journalisten. Doch die Untersuchung ist keine Kassenleistung.

„Es ist die häufigste Augenerkrankung jenseits des 50. Lebensjahres“, berichtet Prof. Sabine Aisenbrey, Chefärztin der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Berlin-Neukölln. Betroffene verlieren langsam die zentrale Sehschärfe des Auges. AMD entsteht, wenn sich Ablagerungen auf der Netzhaut bilden. Sie werden größer, die Retina wird schlechter versorgt und die Sicht trübt sich ein. Diese trockene AMD kann nicht behandelt werden. Schreitet sie fort, wird sie zur feuchten Form. Die Patienten kommen zu Aisenbrey, wenn sie an der zweiten Form leiden oder sie kaum noch etwas sehen. Sie betont: „Für uns ist die Herausforderung eine frühe Erkennung“.

Hoffnung macht die vorgestellte europäische Studie EYE-RISK. Die Ergebnisse zeigen: Alter und genetische Veranlagung sind die Risikofaktoren. Doch mit einem gesunden Lebensstil können Betroffene das Fortschreiten der AMD deutlich verzögern. „Patienten und Forschung gewinnen Zeit“, erklärt Prof. Marius Ueffing, Direktor am Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Uniklinik Tübingen, der an der Studie beteiligt ist. In zehn bis 15 Jahren könnten Therapiekonzepte die AMD aufhalten.

Dafür brauche es eine frühe und genaue Diagnose mit der Optischen-Kohärenz-Tomografie (OCT). Doch sie ist eine Individuelle Gesundheitsleistung. Der Sozialverband VdK überlegt, beim Gemeinsamen Bundesausschuss einen Antrag zu stellen. „Gerade bei einer Erkrankung mit diesen massiven Einschränkungen, muss eine Untersuchung wie OCT von der Krankenkasse bezahlt werden“, begründet dessen Präsidentin Verena Bentele.