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30.04.2018

Europa EU-Kommission will Nutzung von Gesundheitsdaten fördern

Berlin (pag) – Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, um die Verfügbarkeit und Nutzung von Daten zu verbessern. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, betont: „Unsere Vorschläge sollen das volle Potenzial der digitalen Technik für die Verbesserung der Gesundheitsfürsorge und der medizinischen Forschung nutzbar machen.“

Nach Angaben der Kommission stellt der Aktionsplan die Bürger in den Mittelpunkt, wenn es um den Umgang mit ihren Gesundheitsdaten geht: „durch die Sicherung des Zugangs der Bürger zu ihren Gesundheitsdaten und die Einführung der Möglichkeit, diese Daten grenzüberschreitend zu teilen“. Die Verwendung größerer Datensätze ermögliche individuellere Diagnosen und medizinische Behandlungen. Auch Epidemien könnten dadurch besser vorhergesagt werden. Durch die Förderung digitaler Werkzeuge sollen Behörden Gesundheitsdaten besser für die Forschung und für Reformen im Gesundheitswesen nutzen. Außerdem betrifft der Vorschlag die Interoperabilität elektronischer Patientenakten und „einen Mechanismus für die freiwillige Koordinierung der gemeinsamen Nutzung von Daten, einschließlich Genomdaten, für die Krankheitsvorsorge und die Forschung“, teilt die Kommission mit.
Die Vorschläge stützen sich auf die Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft treten wird.

In ihrer Mitteilung ruft die Kommission das Europäische Parlament und den Rat auf, die Vorschläge anzunehmen. Außerdem wird die Kommission im zweiten Halbjahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 eine hochrangige Gesprächsrunde organisieren, um die gemeinsame Nutzung von Daten des Privatsektors in den Beziehungen zwischen Unternehmen und Behörden zu erörtern.