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19.06.2019

Innovationsfonds Experten fordern Nachbesserungen

Berlin (pag) – Auf einer Veranstaltung des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) fordern Experten kürzlich Nachbesserungen beim geplanten Digitale Versorgung-Gesetz (DVG). Sie üben Kritik an den Regelungen zum Innovationsfonds.

Die Experten monieren beispielsweise, dass bei dem Fonds die Flexibilität bei der Auswahl der Projekte eingeschränkt werden soll. Eine zu starke thematische Steuerung durch das Ministerium und die Begrenzung auf 15 Projekte bei „Neuen Versorgungsformen“ pro Förderjahr schränke das Innovationspotenzial ein, sagt Dr. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Kleinere, oft regionale Projekte, die häufig ein konkretes Verbesserungspotenzial für die Versorgung vor Ort aufweisen, werden ihrer Ansicht nach dabei vernachlässigt. Grundsätzlich spricht sich Pfeiffer für eine längere Förderdauer der Projekte und einen Transfer auch in Selektivverträgen mit Flächenwirkung aus.

Dass die Versorgungsforschung künftig nur noch 20 Millionen Euro gefördert werden soll, wird auf der Veranstaltung ebenfalls kritisiert. Für eine methodisch hochwertige Forschungsarbeit und die notwendige Finanzierung des Transfers in die Versorgung sei es wichtig, das bisherige Fördervolumen beizubehalten, betonten die Experten.
Christian Igel, Geschäftsführer der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses, weist darauf hin, dass dem Gesetzesentwurf zufolge Projekte drei Monate nach Vorlage des Abschlussberichtes eine Bewertung durch den Innovationsausschuss erhalten – dies sei schwer umsetzbar. Im zweistufigen Auswahlverfahren sieht er einen hohen zeitlichen Aufwand, der dazu führen könnte, dass Projekte 2020 letztlich keine finale Förderzusage erhalten.