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14.03.2020

Corona Fieberhaftes Forschen zu Impfstoffen und Therapeutika

Berlin (pag) – Die Forschung zu Impfstoffen und Therapeutika gegen Sars-CoV-2 läuft auf Hochtouren. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Bundesministerien für Forschung (BMBF) und Gesundheit (BMG) informieren die Experten zum Status Quo.

Bislang stehen weder Therapie noch Impfstoff gegen Sars-CoV-2 zur Verfügung. Die Experten aus der Wissenschaft zeigen sich jedoch zuversichtlich, dass sich das schon bald ändert. Von „vielen guten Kandidaten“ spricht etwa Prof. Susanne Herold, Lungenforscherin und Leiterin der Abteilung Infektiologie am Uniklinikum Gießen. Einer der Kandidaten ist das Virostatikum Remdesivir. Das war ursprünglich für die Behandlung von Ebola-Infizierten entwickelt worden und wird nun, nachdem es erste Hinweise auf eine Wirksamkeit gibt, auch gegen Sars-CoV-2 getestet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bereits zwei Studien mit Remdesivir an deutschen Kliniken genehmigt. Ebenfalls auf der Liste der Kandidaten steht der Proteasehemmer Camostat Mesilate. Das Medikament ist in Japan zur Behandlung von Entzündungen der Bauchspeicheldrüse zugelassen und blockiert ersten Versuchen am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen zufolge das Enzym, mit dessen Hilfe Sars-CoV-2 in die Lungenzellen eindringt. Auch hierzu stehen klinische Tests noch aus.
Stichwort Impfstoffe: Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), rechnet laut eigener Aussage damit, „dass wir bereits im Sommer bis Herbst dieses Jahres erste klinische Prüfungen auch in Deutschland haben werden“. Das PEI priorisiere entsprechende Anträge und sei „bereit, besondere Schnellformen der Genehmigung der klinischen Prüfung“ einzuführen. Und diese könnten schon in wenigen Monaten zur Anwendung kommen. Schließlich sind mit dem Tübinger Pharmaunternehmen Curevac und dem Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech auch zwei deutsche Firmen aussichtsreich im Rennen um die Entwicklung des ersten Impfstoffs.