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06.08.2018

BeNeFIT Förderung für praxisrelevante Forschung

Brüssel/Den Haag (pag) – An vergleichenden und praxisorientierten Studien besteht ein oft beklagter Mangel. Zwei Nachbarländer Deutschlands werden daher aktiv: Jeweils drei Millionen Euro investieren das belgische Health Care Knowledge Center (KCE) und die ZonMw, die niederländische Organisation für Gesundheitsforschung, in ein Ausschreibungsprojekt namens BeNeFIT.

Über diese Initiative hat kürzlich das österreichische Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (HTA) informiert.
BeNeFIT steht in der Übersetzung für „belgisch-niederländische Finanzierung internationaler Studien“. Gefördert werden vergleichende, praxisorientierte Analysen. „Der Vergleich der Wirksamkeit von etablierten Gesundheitsinterventionen wird derzeit nicht ausreichend in klinischen Studien untersucht – so mangelt es häufig an Vergleichen zwischen Medikation und Operation oder operativen und nicht-operativen Interventionen“, konstatiert die Einrichtung. „Darüber hinaus ist Forschung häufig nicht praxisorientiert und kann somit nicht sofort Anwendung im klinischen Alltag finden.“

Ziel der Studien ist eine bessere Patientenversorgung sowie eine effizientere Nutzung öffentlicher Ressourcen. Sie sollen relevant für Patienten, Pflegepersonal sowie Politik und nicht-kommerziell sein. Die Investition von sechs Millionen Euro pro Ausschreibung für Benefit teilen sich die KCE mit Sitz in Brüssel und die ZonMw aus Den Haag. Das Angebot richtet sich an Institutionen aus beiden Ländern. Die Analysen finden, so die Vorgabe, die Vor- und Nachteile verschiedener, bereits angewendeter Behandlungsmöglichkeiten heraus, die noch nicht direkt miteinander verglichen wurden. „Hierbei sollen sich Studien nicht nur auf Medikamente oder Medizinprodukte beschränken, sondern auch eine breite Palette von Interventionen wie Psychotherapie, diagnostische Tests oder chirurgische Eingriffe umfassen“, teilt das Ludwig-Boltzmann-Institut für HTA mit.
Vier Studien wurden bereits in den folgenden Forschungsfeldern finanziert: rheumatoide Arthritis, Dekubitusprophylaxe, Reizdarmsyndrom und EDV-gestützte Entscheidungsunterstützung zur Anforderung von Labortests für Allgemeinmediziner. Erste Studienergebnisse werden Mitte 2019 erwartet.