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23.06.2020

Impfstoff-Forschung Förderung, Prüfung und Vertrag

Berlin (pag) – Damit die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs gegen Covid-19 noch weiter beschleunigt werden kann, hat das Bundesforschungsministerium ein 750 Millionen Euro schweres Sonderprogramm aufgelegt. Ministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Förderoffensive für Unternehmen in Deutschland vorgestellt.

„Insgesamt stehen uns für die Förderung von Forschungsprojekten 750 Millionen Euro zur Verfügung“, erläutert Karliczek bei einer Pressekonferenz im Ministerium. Ihren Förderaufruf richtet sie an Unternehmen, die sich bereits mitten im Forschungsprozess befinden und die vorklinische Prüfung ihres Impfstoffkandidaten möglichst abgeschlossen haben. Obwohl diesmal nur deutsche Unternehmen profitieren sollen, sagt Karliczek: „Wir beschreiten damit keinen nationalen Sonderweg“. Sie verweist stattdessen auf die deutsche Unterstützung etwa für die Impfinitiative CEPI.
Zuvor hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitgeteilt, dass es erneut eine klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Covid-19 in Deutschland genehmigt habe. Bei dem Impfstoffkandidaten des Tübinger Biotechnologieunternehmens CureVac handele es sich um einen RNA-Impfstoff. Die Phase-1-Prüfung schließt insgesamt 168 gesunde erwachsene Probanden ein, von denen 144 geimpft werden. Dies ist laut Weltgesundheitsorganisation die elfte weltweit genehmigte klinische Prüfung eines präventiven, spezifischen Covid-19-Impfstoffkandidaten am Menschen und die zweite genehmigte klinische Prüfung in Deutschland (Stand: 9. Juni). Außerdem kündigt der Bund an, über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 300 Millionen Euro bei CureVac einzusteigen.
Unterdessen haben Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca einen ersten Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 geschlossen.