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29.04.2024

Krankenhausreform Forderung: Anästhesie adäquat berücksichtigen

Berlin (pag) – Grundsätzlich begrüßt der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) die Krankenhausreform und unterschreibt die Notwendigkeit der Ambulantisierung. Während eines Parlamentarischen Abends drängen der BDA sowie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin darauf, ihr Fach in der Reform angemessen zu berücksichtigen.

Kritik übt der BDA etwa daran, dass sein Fachgebiet nicht als eigenständige Leistungsgruppe definiert sei. Insbesondere als „Querschnittsfach“ will er nicht wahrgenommen werden – es bedeute, dass die Bedarfe des Fachs untergingen. Dabei sind die Anästhesisten mit mehr als 26.000 Ärzten hierzulande eine der größten medizinischen Berufsgruppen. Ihr Vorschlag: Als Schnittstellenfach anerkannt werden, denn die Anästhesiologie bilde interdisziplinär und intersektoral wichtige Schnittstellen zu fast allen Fachgebieten.

Dr. Markus Stolaczyk, Leiter der Gesundheitspolitik im BDA, sieht außerdem Weiterbildungskosten im aktuellen Gesetztesentwurf inadäquat abgebildet. In Richtung Bundesministerium für Gesundheit (BMG) appelliert er, die Vergütung zu verankern, sonst sei die zukünftige Versorgung der Bevölkerung gefährdet. Die Referatsleiterin „Qualitätssicherung, Evidenzbasierte Medizin“ im BMG Tina Vogel betont, das Ministerium habe den Punkt Weiterbildung „auf der Agenda“.

Problematisch sei außerdem die Herangehensweise der sektorengleichen Finanzierung. Das impliziere für die Berufsgruppen im niedergelassenen Bereich wirtschaftliche Abhängigkeit. Denn: Leistungen können nur von Ärzten berechnet werden, zumeist Operateuren, die im Anschluss Anästhesisten vergüten. „Anästhesisten könnten so plötzlich in Kooperation mit einer operativen Praxis zu einer Art Lohnempfänger werden“, erklärt BDA-Vizepräsident Dr. Frank Vescia.

Prof. Armin Grau (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Gesundheitsausschusses, räumt ein, dass es mit dem KHVVG durchaus Verschlankungseffekte geben könne. Grundsätzlich sei das letzte Wort noch lange nicht gesprochen, der parlamentarische Prozess beginne jetzt erst, betont der Parlamentarier.

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