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21.05.2026

InitiativeFrauenherzen im Fokus

Berlin (pag) – Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) will eine geschlechterspezifische Herzmedizin etablieren und startet dazu die Initiative „Klartext Frauenherzen“. Das Ziel: über geschlechterspezifische Unterschiede in der Herzmedizin aufklären und interdisziplinäre Behandlungsangebote für Patientinnen sichtbarer machen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen – dennoch orientieren sich viele diagnostische und therapeutische Standards bis heute überwiegend am männlichen Patienten. Gleichzeitig zeigen Studien seit Jahren: Frauen erkranken oft anders, entwickeln andere Symptome und haben andere Risikofaktoren als Männer. Das kann schwerwiegende Folgen haben – bis hin zu schlechteren Überlebenschancen bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bei dem Pressegespräch im DHZC geht es unter anderem darum, wie eine Schwangerschaft das Herz fordern kann. Bestimmte Komplikationen wie Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes oder -bluthochdruck gelten als wichtige Hinweise auf ein dauerhaft erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Leitlinien empfehlen deswegen eine langfristige Versorgung der Patientinnen, für die jedoch häufig die notwendige Infrastruktur fehlt. Patientinnen mit erhöhtem Risiko werden am DHZC und an der Charité daher interdisziplinär vor, während und nach der Geburt betreut. „Unser Ziel ist, Risiken frühzeitig zu erkennen, Komplikationen zu vermeiden und die Herzgesundheit der Patientinnen langfristig zu schützen“, betont Oberärztin PD Dr. Kun Zhang. Sie leitet die Ambulanz an der DHZC-Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Campus Virchow-Klinikum.

Den Charité-Experten zufolge wird auch die Herzgesundheit nach Krebs unterschätzt. Viele Frauen überleben Brustkrebs oder andere gynäkologische Tumorerkrankungen mittlerweile über viele Jahre. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ihnen langfristig zu einer entscheidenden Gesundheitsgefahr werden können – teils mit gravierenderen Folgen als die ursprüngliche Krebserkrankung selbst. „Kardiovaskuläre Langzeitfolgen sind kein isoliertes Problem einzelner Tumorentitäten, sondern betreffen Frauen mit nahezu allen Krebserkrankungen“, erklärt PD Dr. Hannah Woopen. Sie leitet die Survivorship-Sprechstunde der Charité. Patientinnen werden dort unter anderem zu Langzeitnebenwirkungen beraten. Außerdem wird ein individueller Präventionsplan erstellt.