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23.04.2019

Liposuktion G-BA gibt Erprobungsstudie in Auftrag

Berlin (pag) – Welchen Nutzen hat die Liposuktion bei Lipödem im Vergleich zu einer nicht operativen Behandlung? Diese Frage soll eine Erprobungsstudie klären. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat jetzt das Zentrum für Klinische Studien (ZKS) der Universität zu Köln und die Hautklinik des Klinikums Darmstadt mit der wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung der geplanten Studie beauftragt.

Zudem sollen weitere Erkenntnisse zu den Risiken und möglichen Komplikationen der Methode gewonnen werden, teilt der G-BA mit. Das Gremium geht davon aus, dass die ersten Patientinnen voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres in die Studie aufgenommen werden können. Als erster Schritt steht die Erstellung des Studienprotokolls an. Außerdem müssen die notwendigen behördlichen Genehmigungen sowie ein positives Votum der Ethikkommissionen eingeholt werden. Darüber hinaus wählen ZKS und Hautklinik in Frage kommende Studienzentren aus.
Für potenzielle Teilnehmerinnen ist geplant, eine zentrale Anmeldestelle einzurichten. Diese teilt die Betroffenen dann den Studienzentren zu. „Wir rechnen mit einer Rekrutierungsphase von etwa einem halben Jahr, die Dauer der Run-in-Phase und der Nachbeobachtungszeit pro Patientin beträgt insgesamt 43 bis 48 Monate“, teilt Dr. Maurizio Podda, Direktor der Hautklinik des Klinikums Darmstadt und Studienleiter der Erprobungsstudie mit. „Damit beträgt die Studiendauer 63 Monate, bis wir tragfähige Erkenntnisse gewinnen. In fünf Jahren wissen wir also deutlich mehr.“
Die erbrachten und verordneten Krankenbehandlungsleistungen würden unmittelbar von den Krankenkassen vergütet, teilt der G-BA mit. Für noch nicht vom Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung umfasste Leistungen sei die Vergütung innerhalb von drei Monaten auf Landesebene zu vereinbaren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte Anfang des Jahres am Beispiel Liposuktion durchsetzen, dass sein Haus notfalls auch ohne Zustimmung des G-BA GKV-Leistungen bestimmen kann. Daraufhin reagierte der G-BA mit der Ausschreibung der Erprobungsstudie.