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28.10.2011

Weltgesundheitsgipfel 2011Gesundheit muss auf die Agenda

Berlin – „Wir brauchen eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit, um die Herausforderungen wie die weltweite Zunahme chronischer Krankheiten und die Gesundheitsfolgen des Klimawandels zu bewältigen.“ Darin sind sich die Teilnehmer des World Health Summit 2011 einig.

Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft fordern eine intensivere Zusammenarbeit, die auf einem klaren Bekenntnis zur Stärkung der Gesundheitssysteme und nachhaltigen Entwicklungen basieren muss. Die momentane Fragmentierung in der Gesundheitsforschung und -versorgung schade besonders den Entwicklungsländern.
Der Weltgesundheitsgipfel betont, dass globale Gesundheit auf nationaler Ebene anfange. Ein Bündnis für Gesundheit zwischen den politischen Ressorts kann gemeinsame Strategien auch mit Wissenschaft und Wirtschaft ermöglichen. Dies kann gleichzeitig eine Matrix auf internationaler und europäischer Ebene sein.
Im Hinblick auf die Vorbereitungen des „Earth Summit Rio + 20“ (Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung) fordern die Teilnehmer des World Health Summit, dass Gesundheit auf die Agenda gesetzt wird. „Kommenden Montag, so schätzt die UNO, werden sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben. Es kommen erhebliche Probleme insbesondere durch armutsassoziierte Erkrankungen und Mangelernährung auf uns zu“, sagt Michael J. Klag, World Health Summit Präsident 2012 und Dekan der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. „Gerade deswegen benötigen wir den World Health Summit als strategisches Forum.“

Ganten: Gesundheit nur zu 10 bis 20 Prozent Medizin

„Wir müssen die Menschen befähigen, die richtigen Entscheidungen in Bezug auf ihre Gesundheit zu treffen“, so Tikki Pang, Direktor für Forschungspolitik und Zusammenarbeit, WHO. „Forschung ist hierfür die Basis. Sie ist vor allem auch Voraussetzung für eine rationale Politik. Nötig ist eine effiziente Translation von wissenschaftlichen Befunden in politische Entscheidungsprozesse.”
„Gesundheit ist nur zu etwa 10 bis 20 Prozent Medizin“, stellt Detlev Ganten, Initiator und Präsident des Gipfels, fest. Faktoren wie Politik, Wirtschaft, Religion, Umwelt oder Geographie spielten ebenso eine Rolle.
Der nächste World Health Summit findet vom 21. – 24. Oktober 2012 in Berlin statt.