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17.03.2021

EU-Parlament Grünes Licht für neues Gesundheitsprogramm EU4Health

Brüssel (opg) – Die EU bekommt erstmals ein eigenes Gesundheitsprogramm. Das Europäische Parlament bringt EU4Health in seiner Sitzung am 9. März mit breiter Mehrheit auf den Weg. Damit soll das Gesundheitswesen der Mitgliedstaaten besser für künftige Gesundheitsgefahren und Pandemien gewappnet sein.

Das Programm für die Jahre 2021 bis 2027 soll das Gesundheitswesen der Mitgliedstaaten krisenfester machen. Das gilt sowohl für länderübergreifende Gesundheitsgefahren wie Pandemien als auch für langfristige Probleme wie die alternde Bevölkerung und Ungleichheiten im Gesundheitsbereich. Die Menschen in der Europäischen Union erwarten, dass „wir auf die Schwächen in den europäischen Gesundheitssystemen reagieren, die während dieser Pandemie noch deutlicher geworden sind“, sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

So soll ein Vorrat an medizinischen Gütern und Geräten angelegt werden sowie eine Reserve von medizinischem Fach- und Hilfspersonal, das im Falle einer Gesundheitskrise mobilisiert werden kann. „Wir sind uns einig, dass Arzneimittel für alle EU-Bürger verfügbar, bezahlbar und zugänglich sein müssen“, sagt Marlene Mortler (CSU), Abgeordnete im EU-Parlament. Dafür brauche es resiliente, diversifizierte Lieferketten und eine wettbewerbsfähige Pharmaindustrie.

Unterstützt werden sollen aber auch die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitsdienste und die Einrichtung des europäischen Gesundheitsdatenraums. Darüber hinaus ist vorgesehen, den Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung zu verbessern – unter anderem im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Nicht zuletzt sollen mithilfe des Programms Verbesserungen im Bereich der geistigen Gesundheit und schnellere Fortschritte bei der Krebsbekämpfung möglich werden.

Das Europäische Parlament bewilligte 5,1 Milliarden Euro für das Programm. Das ist wesentlich mehr als die 449 Millionen Euro, die dem Europäischen Sozialfonds im abgelaufenen Haushalt für den Bereich Gesundheit zur Verfügung standen, aber signifikant weniger als die 9,4 Milliarden Euro, die die Europäische Kommission ursprünglich für das Programm vorgesehen hatte. 20 Prozent des Budgets sind für Prävention vorgesehen.