KabinettsbeschlussGrünes Licht für schnellere Anerkennung ausländischer Heilberufe
Berlin (pag) – Zügige Anerkennungsverfahren für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland ermöglichen will ein Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Das Bundeskabinett gibt seinen Segen.
„Um die gesundheitliche Versorgung auch in Zukunft zu sichern, brauchen wir neben attraktiven Ausbildungsbedingungen in Deutschland auch qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland“, sagt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Damit sie hierzulande arbeiten können, brauche es einheitliche und zügige Anerkennungsverfahren. Mit dem Entwurf wolle man die Verfahren von Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und Hebammen deutlich entbürokratisieren, vereinheitlichen und digitalisieren. Und das „ohne Abstriche bei unseren hohen Standards an Patientensicherheit und Versorgungsqualität“, betont Warken.
Mit dem „Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen“, so der offizielle Titel, soll unter anderem die direkte Kenntnisprüfung zum Regelfall in der Anerkennung werden. Das Verfahren der dokumentenbasierten Gleichwertigkeitsprüfung soll nur noch wahlweise angeboten werden. Entlastungspotenzial gebe es damit für antragstellende Personen sowie die zuständigen Stellen der Länder.
„Die Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse ist ein wichtiger und notwendiger Schritt in Reaktion auf den wachsenden Fachkräftemangel“, erinnert Warken. Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betont die Wichtigkeit des Gesetzentwurfes. „Die Anerkennungsverfahren werden so vereinfacht, dass wir sehr schnell die notwendigen Fachkräfte bekommen“, lobt er in einer Pressekonferenz nach der zweitägigen Kabinettsklausur, in welcher Wettbewerbsfähigkeit und Staatsmodernisierung im Fokus standen.
Der Verband der Ersatzkassen, der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste, der Deutsche Pflegerat, der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege sowie der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland bedauern, dass der Gesetzesentwurf bislang nicht die Anerkennung ausländischer Pflegekräfte vereinfacht und fordern, diese Lücke zu schließen.