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23.09.2025

NotfallreformImmer mehr ambulante Notfallbehandlungen in Kliniken

Berlin (pag) – In Deutschlands Kliniken werden im Jahr 2023 rund 11,1 Millionen ambulante Notfallbehandlungen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) abgerechnet. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend und werfen besonders mit Blick auf eine anstehende Notfallreform die Frage nach der Wirtschaftlichkeit auf.

Die Regierung beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamts. 2021 sind es 8,7 Millionen und im Jahr 2022 10,8 Millionen ambulante Notfallbehandlungen. In der Antwort wird auch auf eine Erhebung des Deutschen Krankenhausinstituts von 2023 verwiesen, nach der 39 Prozent der Personen, die in die Notaufnahme kommen, stationär weiterbehandelt werden.

Die Vermutung, die in der Kleinen Anfrage mitschwingt: Ambulante Notfallbehandlungen werden vergleichsweise niedrig vergütet – für Kliniken entstehe eine wirtschaftliche Motivation zu medizinisch unnötigem Handeln. Die Linke fragt, ob „Notaufnahmen von den Krankenhäusern derzeit nur insofern wirtschaftlich betrieben werden können, als darüber stationäre Aufnahmen generiert werden (Staubsaugereffekt)?“ Valide Erkenntnisse über die Kostendeckung der Fälle hat die Regierung nicht. Sie betont aber: „Notaufnahmen sind Teil des Krankenhauses und keine wirtschaftlich unabhängigeren Einheiten.“          

Hintergrund ist die angekündigte Reform der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes. Diese „soll die teils überlasteten Strukturen der Rettungsdienste und Krankenhäuser durch Vermeidung kostenintensiver Fehlinanspruchnahmen entlasten“, heißt es in der Antwort. Geplant sind Integrierte Notfallzentren zur Erstversorgung von Not- und Akutfällen und eine digitale standardisierte Ersteinschätzung. Der Sicherstellungsauftrag de

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