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05.11.2019

Prognose IT-Firmen etablieren sich im Gesundheitswesen

München (pag) – Die Gesundheitsbranche steht vor einem Umbruch: Das Marktvolumen für digitale Produkte und Dienstleistungen umfasst 2025 bis zu 38 Milliarden Euro in Deutschland, prognostizieren Gesundheitsexperten in der nun veröffentlichten Studie „Future of Health“ der Unternehmensberatung Roland Berger.

Für die Studie hat die Firma 400 Experten – Patienten, Ärzte, Verantwortliche aus Kliniken, privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen sowie der Pharmaindustrie und Medizintechnik – befragt. Sie haben eingeschätzt, wie sich digitale Angebote im Gesundheitswesen bis 2025 entwickeln. Dazu gehören die Optimierung und Erneuerung von Prozessen in Service und Logistik, Diagnostik, Therapie und Nachsorge durch Datenstrategien, Apps oder Ende-zu-Ende-Digitalisierung.
Die Befragten schätzen, dass Künstliche Intelligenz bis zu 20 Prozent der ärztlichen Leistungen ersetzt – vor allem in der Diagnose, Überwachung und Prävention. Sechs von zehn erwarten, dass globale IT-Firmen wie Amazon, Apple oder Google in wenigen Jahren zu den etablierten Playern im Gesundheitswesen zählen. Sieben von zehn Befragten rechnen damit, dass Patienten ihre Daten mit Versicherungen teilen, um mit einem gesundheitsfördernden Lebensstil günstigere Tarife zu bekommen.
Die Verfasser schlussfolgern, dass branchenfremde Konzerne im Gesundheitswesen eigene Versorgungsstrukturen und Apotheken aufbauen, weil sie Zugang zu Daten haben und passende Geschäftsmodelle beherrschen. Das könne dazu führen, dass die Firmen ihre Kunden auch in diesem Bereich binden und diese schwer wechseln können. Die Autoren fordern die Akteure im Gesundheitswesen zum Handeln auf. Sie haben eine Roadmap mit Faktoren erstellt, mit der die Beteiligten erfolgreich auf den Wandel reagieren können: Sie sollten zum Beispiel Veränderungsbereitschaft entwickeln, den Fokus auf Kunden legen sowie Netzwerke und Kooperationen nutzen.

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